Mit TK zu weniger Food Waste


Rund 109 Kilo Lebensmittel werden pro Haushalt pro Jahr weggeworfen. Das sind 4,4 Millionen Tonnen, eine unfassbare Menge wertvoller Nahrung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten in Deutschland, Analyse der Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung“ (2016/17), die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung erstellt hat. Die Studie weist nach, dass die Haushalte ihr eigenes Verhalten durchaus kritisch bewerten und 44 Prozent der Lebensmittelabfälle als vermeidbar ansehen. Der wichtigste Grund für das Wegwerfen: Haltbarkeitsprobleme. Besonders im Brennpunkt stehen frisches Obst und Gemüse, die laut Analyse mit jeweils 17 Prozent zu den vermeidbaren Lebensmittelabfällen beitragen sowie frische Backwaren mit 14 Prozent.
Von Tiefkühlprodukten, die in der Studie gemeinsam mit anderen Fertigprodukten und Konserven erfasst wurden, werden hingegen lediglich 7 Prozent weggeworfen. Dies sei ein deutlich geringerer Wert als bei frischen Lebensmitteln. Ein höherer Einsatz von Tiefkühlprodukten würde also die Lebensmittelverschwendung deutlich verringern, so die GfK-Studie.

Bestätigt werden diese Ergebnisse auch durch neue Studien der Universitäten von Lincoln, Holbeach (UK) und Wien, die in Österreich das Wegwerfverhalten der Haushalte bei Tiefkühlprodukten mit dem beim frischen Einkauf verglichen haben. Das Ergebnis: 9,3 Prozent des gesamten frischen Einkaufs, aber nur 1,6 Prozent des TK-Einkaufes wurden weggeworfen. Die Wegwerfrate lag also fast 6 Mal höher. Ein Ergebnis, das deutlich für TK-Produkte spreche.

Die Wissenschaftler weisen darauf außerdem hin, dass die Verbraucher mehr auf die wichtige Rolle der Haltbarmachung von Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden müssten, denn diese erleichterten den Haushalten die praxisnahe Umsetzung des Zieles, ihre Lebensmittelverluste zu verringern. Dies sei umso wichtiger, weil sich Deutschland und die EU im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele verpflichtet haben, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 auf der Verbraucherebene zu halbieren. Tiefkühlprodukte könnten somit einen wichtigen Beitrag leisten, dieses politische Ziel zu erreichen, heißt es.

Wer sein eigenes Wegwerfverhalten verändern will, sollte bewusst seinen Einkauf planen und nur die notwendigen Mengen einkaufen. Tiefkühlprodukte unterstützen die Verbraucher dank ihrer langen Haltbarkeit und Portionierbarkeit bei diesem Ziel, so die GfK-Studie. Zugleich bieten sie maximale Vitamine und Nährstoffe bei gleichzeitigem Verzicht auf Konservierungsstoffe, denn das Schockfrosten bewahre das Beste der Lebensmittel ganz natürlich durch den Einsatz von Kälte.

Doch auch Tiefkühlprodukte werden manchmal weggeworfen. Meist sei dies nicht nötig, wenn man regelmäßig sein Gefrierfach oder seinen Gefrierschrank durchschaut und Produkte mit älterem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zuerst verzehrt, empfiehlt die GfK-Studie. Im Übrigen schreibt der Gesetzgeber bei Tiefkühlprodukten nur ein MHD auf Monatsebene vor. „Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Lebensmittel nicht gleich bei Erreichen ungenießbar ist“, so die Studie.               Quelle: dti   Bild: Fotolia   (Mai 2018, Autor: Olaf Behnel)

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