Aryzta übernimmt Großbäckerei Klemme

Für den Kaufpreis von 280 Millionen Euro übernimmt der schweizerisch-irische Backwarenkonzern Aryzta seinen deutschen Mitbewerber Klemme. Aryzta wolle damit seine Marktposition in Europa substanziell ausbauen, teilte das Unternehmen der Presse mit. Die 1991 unter dem Namen Kern & Sammet gegründete Firma Klemme mit Hauptsitz in Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt) erwirtschaftet mit Tiefkühl-Backwaren – vor allem für GV-Großhandel, Backshops und Filialbäckereien – rund 230 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die AG beschäftigt etwa 1.400 Arbeitnehmer. Der Aryzta-Konzern ist aus der Firma Hiestand hervorgegangen und mit einem genannten Gruppenumsatz von 4,2 Milliarden Euro einer der größten Backwarenproduzenten der Welt. Er will den Klemme-Kauf aus eigenen Mitteln finanzieren.

 „Aryzta werde mit der Übernahme zu einem führenden deutschen Unternehmen im Back-Shop-Bereich, aber zu einem hohen Preis“, zitiert money.at den Vontobel-Analysten Jean-Philippe Bertschy. „Um den Klemme-Kauf rentabel zu machen, müssten Synergie-Effekte ausgeschöpft werden.“ Laut Neuer Züricher Zeitung habe die Akquisition strategischen Charakter, weil Klemme dazu beitragen werde, die Position Aryztas im europäischen Einzelhandel – wo Aryzta bisher unterrepräsentiert gewesen sei – zu stärken: „Dank Klemme hofft man auch die gesamte Europa-Strategie neu ausrichten und in den relevanten Konsumentenkanälen den Marktanteil vergrößern zu können“, so die Zeitung. Die an der Börse in Zürich und Dublin notierte Aryzta verfügt laut Focus online aktuell über 16 Produktionsstandorte in Europa und 24 in Nordamerika. Hinzu kämen zählreiche Standorte auch in Südamerika, Australien, Asien und Neuseeland.   Archivfoto: Klemme (Standort Eisleben)   (Feb. 2013 jr)