Kriterien für „Das Hähnchen von morgen“

Auf dem Weg zur nachhaltigeren Erzeugung von Hähnchen (s. tk-report minus 18 3-2013) haben der Lebensmitteleinzelhandel und Geflügelsektor in den Niederlanden ein wichtiges Etappenziel erreicht: Gemeinsam haben sie die Kriterien festgelegt, die eine nachhaltige Produktion garantieren sollen. So könne an den Theken der Lebensmitteleinzelhändler ab 2020 „Das Hähnchen von morgen“ verkauft werden, freut sich Ben Dellaert, Sekretär der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE). Dabei gingen die Standards über die Aspekte Tierwohlsein und Tiergesundheit hinaus. „Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht der Einklang zwischen den verschiedenen Nachhaltigkeits-Aspekten Mensch, Tier und Umwelt“, heißt es in einer Pressemeldung. Die Tierhaltung werde artgerechter gestaltet, ohne dabei die Umwelt und den Menschen aus den Augen zu verlieren. Die Kriterien seien so gewählt, dass sich Tierwohlsein und Lebensumstände aller Hähnchen, die im niederländischen Handel verkauft werden, verbesserten.

Eine wesentliche Änderung ist dabei der Einsatz von neuen, langsamer wachsenden Hähnchenrassen, die robuster und dadurch weniger anfällig für Krankheiten seien. Ab diesem Jahr bereite der Geflügelsektor die Umstellung vor.

Aufgrund der Einführung der langsamer wachsenden Geflügelrasse werden bereits zahlreiche weitere Maßnahmen angegangen. So muss 2015 die Anzahl der Hähnchen im Stall pro Quadratmeter um zehn Prozent verringert werden. Außerdem wird zusätzliche Einstreu (Stroh, Getreide) im Stall eingesetzt. „Zudem gelten äußerst strenge Vorschriften für die Verwendung von Antibiotika“, heißt es. Um die Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten sei geplant, die getroffenen Absprachen noch genauer auszuarbeiten.

„Die neuen Bedingungen werden so gestaltet, dass die Produktion im Geflügelsektor rentabel bleibt“, erklärt die Wirtschaftsgruppe. Darüber hinaus setzten sich die Supermärkte weiterhin dafür ein, den Marktanteil von Biohähnchen mit der sogenannten „Besser Leben“-Kennzeichnung und von Freilandhähnchen weiter zu erhöhen. Gemeinsam mit der Stiftung Natur & Umwelt wollen der Geflügelsektor und die Supermärkte in den kommenden Monaten die festgelegten Maßnahmen weiter ausarbeiten.

„Ich bin stolz, dass wir auf dem Weg, das gängige Sortiment von Geflügelfleisch nachhaltiger zu erzeugen, einen großen Schritt vorangekommen sind“, erklärte Marc Jansen, Geschäftsführer im Branchenverband des Lebensmitteleinzelhandels (Centraal Bureau Levensmiddelenhandel, CBL). „Damit ermöglichen wir dem Hähnchen ein tierfreundlicheres Dasein, ohne die Umwelt und den Menschen zu vernachlässigen.“   Foto: Bilderbox.com   (März 2013 jr)   Quelle: PPE