Kaum Tiefkühlkost unter Lebensmittelabfällen

Seit einem Jahr existiert die Initiative gegen Lebensmittelverschwendung „Zu gut für die Tonne“. Am Donnerstag zog Bundesernährungsministerin Ilse Aigner in Köln eine positive Zwischenbilanz, wenngleich jährlich knapp elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen werden. Der Anteil von Tiefkühlkostprodukten ist jedoch gering.

Die Initiative habe sich laut Aigner gut entwickelt. „Nach einem Jahr zeigt sich, dass es viele Möglichkeiten gibt, Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren und dass jeder Einzelne einen Beitrag dazu leisten kann“, so die CSU-Politikerin. Inzwischen sind im Rahmen der Initiative mehrere Projekte gestartet. Jüngste Aktion ist eine von Penny gemeinsam mit dem Bundesernährungsministerium (BMELV) und dem Deutschen Land-Frauenverband (dlv) angekündigte Informationskampagne, die Kunden über Themen wie Lebensmittelverschwendung, Umgang mit Lebensmitteln, richtige Lagerung im Kühlschrank und Mindesthaltbarkeitsdatum informieren soll.

Für den größten Teil der Lebensmittelabfälle sind laut einer Studie der Universität Stuttgart die Privathaushalte verantwortlich. Von den jährlich knapp 11 Millionen Tonnen an entsorgten Lebensmitteln entfallen 6,7 Millionen Tonnen (61 Prozent) auf private Haushalte. Pro Jahr wirft jeder Bundesbürger Lebensmittel im Wert von 235 Euro weg, die zumindest teilweise noch verwertbar wären.

Am häufigsten werden frische Lebensmittel weggeworfen. Eine vom Deutschen Tiefkühlinstitut bei TNS-Infratest in Auftrag gegebene Untersuchung belegt, dass knapp neun von zehn Konsumenten schon einmal ein frisches Lebensmittel weggeworfen haben, dagegen trifft dies nur bei drei von zehn für tiefgekühlte Produkte zu. „Tiefkühlkost leistet einen wesentlichen Beitrag bei der Vermeidung der Verschwendung von Lebensmitteln“, erklärt Institutsvorsitzender Udo Perenz.

Bundesministerin Aigner will die Initiative „Zu gut für die Tonne“ vorantreiben. Bis 2020 soll in der EU die Menge an verwertbaren Lebensmittelabfällen um die Hälfte reduziert werden. „Diese Zielmarke ist ehrgeizig“, muss auch Aigner zugeben, „aber sie ist erreichbar, wenn auch die anderen EU-Staaten dem Beispiel Deutschlands folgen und breite gesellschaftliche Bündnisse starten.“ Aigner sieht Deutschland hier in einer Vorreiterrolle.   Bild: Fotalia   (Mai 2013, mh)   Quelle: BMELV