Ernährungsindustrie: Zuversicht trotz mäßiger Bilanz

Die Bilanz für die ersten sechs Monate diesen Jahres fällt für die Ernährungsindustrie mäßig aus. Nach den aktuellen Zahlen des Konjunkturreports der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) liegt der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex 0,3 Prozent unter dem Niveau des ersten Halbjahrs 2012. Dennoch herrscht im Markt Zuversicht.

Insgesamt wurde laut BVE ein Umsatz von 85,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Zuwachs von 3 Prozent. Preisbereinigt sank der Branchenumsatz jedoch um 0,2 Prozent. Insbesondere im Juni blieben die Umsatz- und Exportergebnisse mit einem Minus von 0,7 bzw. 1,5 Prozent deutlich unter den Vorjahreszahlen.

Eine wichtige Stütze für die Unternehmen war das Auslandsgeschäft. In den ersten sechs Monaten 2013 stiegen die Lebensmittelexporte um 3,9 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro. Preisbereinigt wurde ein Exportwachstum von 1,5 Prozent erreicht. Wachstumstreiber sind laut BVE-Konjunkturreport vor allem kaufkräftige und konsumfreudige Märkte außerhalb der EU.

Als weiterhin angespannt bezeichnet der BVE die Lage an den Agrarrohstoffmärkten. Obwohl die Preise laut HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im ersten Halbjahr 2013 um 2,8 Prozent zurückgingen, sind sie immer noch auf hohem Niveau. In einigen Teilbranchen hat sich durch ernte- und witterungsbedingte Angebotsschwankungen die Rohstoffsituation im Sommer erheblich verschärft. Die Ertragslage der Unternehmen wird zusätzlich durch gestiegene Energie- und Personalkosten belastet.

Dennoch herrscht Zuversicht unter den Lebensmittelherstellern, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 stieg der ifo-Geschäftsklimaindex der Branche um 1,8 Prozent. Wachstumsimpulse werden vor allem im Exportgeschäft erwartet. Die steigenden Kosten in der Lebensmittelproduktion werden sich jedoch mittelfristig auch auf die Verbraucherpreise auswirken.

Die gute Arbeitsmarktlage, geringe Sparneigung und geringe Inflation bei den allgemeinen Lebenshaltungskosten fördern hingegen die Kauflaune der Verbraucher. Das Konsumklima stieg im ersten Halbjahr 2013 um 4,9 Prozent, die Anschaffungsneigung sowie Einkommens- und Konjunkturerwartungen sind nach BVE-Angaben im EU-Vergleich überdurchschnittlich hoch.

Die Verbraucherpreisentwicklung folgte im ersten Halbjahr 2013 dem Trend aus dem Vorjahr. So verteuerten sich die Verbraucherpreise insgesamt um 1,5 Prozent, die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 3,9 Prozent. Im internationalen und langfristigen Vergleich sind die Lebensmittelpreise laut BVE-Report in Deutschland jedoch nach wie vor günstig. Im Juli 2013 sanken die Lebensmittelpreise sogar um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, während die allgemeinen Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent stiegen.   Bild: Archiv   (August 2013, mh)   Quelle: BVE