Hähnchenerzeugung: Rentabilität sinkt

Das Ungleichgewicht zwischen Erlösen und Kosten drückt auf die Rentabilität der deutschen Hähnchenerzeuger. Die Bruttomarge liegt nach Angaben des Bundesverbands bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH) in den ersten sieben Monaten des Jahres rund 14 Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Situation wird gerade für solche Erzeuger kritisch, die in letzter Zeit große Investitionen getätigt haben. Der BVH spricht von einer Kostenfalle und fordert stabile Preise für Hähnchenfleisch.

„Wir Hähnchenhalter arbeiten gerade an unserem wirtschaftlichen Limit“, beklagt BVH-Vorsitzender Rainer Wendt im Interview mit dem Fachmagazin „DGS Die Geflügelwirtschaft und Schweineproduktion“ die Situation. Pro Kilogramm Lebendgewicht wurde bislang rund 2 Cent weniger als noch im letzten Jahr erzielt.

Die Ursache dieser wirtschaftlichen Situation ist laut Wendt, der gleichzeitig Vizepräsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) ist, ein Ungleichgewicht zwischen Erlösen und Kosten. „Zwar lagen die Erzeugerpreise für Lebendware in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um rund 8,8 Prozent über den Vorjahreswerten“, erklärt der BVH-Chef, „gleichzeitig mussten wir Erzeuger aber wiederum deutlich mehr für das Futter ausgeben.“

Nach einer Erhebung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen lagen die Futterkosten um 17,3 Prozent höher. Von den 12 Cent, die den Hähnchenerzeugern nach einem Abzug von Kosten für Futter und Küken bleiben, werden zusätzlich noch die Kosten für Einstreu, Wasser, Strom, Heizung, Tierarztkosten und Löhne beglichen. „Da kann man sich schnell selbst ausrechnen, was am Ende für den einzelnen Halter übrig bleibt, nämlich fast nichts“, resümiert Wendt.

Hinzu kommt, dass laut ZDG zunehmend Geld für notwendige Investitionen in die Weiterentwicklung und Instandsetzung von Anlagen fehlt. Gerade solche Erzeuger, die in den letzten Jahren in moderne Ställe investiert haben, bekommen nun Schwierigkeiten, ihre getätigten Investitionen wieder zu erwirtschaften.

Deshalb fordert Wendt den Handel auf, die Preise für Hähnchenfleisch mit dem Verweis auf sinkende Futterpreise nicht zu reduzieren. „Wir stecken in einer totalen Kostenfalle und was wir jetzt brauchen, das sind stabile Preise und sinkende Futterkosten“, so Wendt. Über eine ähnlich angespannte Marktsituation für deutsche Puten- und Legehennenhalter berichtete tk-report minus 18 bereits vor zwei Tagen.   Bild: bilderbox.com   (August 2013, mh)   Quelle: ZDG