Keine Entspannung in der Geflügelwirtschaft

Die Geflügelwirtschaft schaut weiterhin sorgenvoll auf den Markt, der keine Entspannung erwarten lässt. Laut einer Analyse der MEG Marktinfo Eier & Geflügel hat sich die wirtschaftliche Situation auf dem deutschen Putenmarkt im Laufe dieses Jahres sogar noch einmal dramatisch verschlechtert. Dabei handelt es sich nicht um eine kurze Momentaufnahme, sondern um eine andauernde und schwerwiegende wirtschaftliche Negativphase, wie der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft mitteilt.

Die Anhebung der Auszahlungspreise an die Putenhalter würden laut ZDG die hohen Futterkosten der letzten Monate bei weitem nicht ausgleichen. Zumal fürchtet Thomas Storck, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Putenerzeuger (VDP) und Vizepräsident des ZDG, dass die nun sinkenden Futterpreise als Argument vom Handel für eine Senkung der Einkaufspreise genutzt werden. „Damit wären die deutschen Putenhalter massiv in ihrer Existenz bedroht“, so Storck.

Er fordert stabile Preise für Putenfleisch, um die Verluste der vergangenen Monate ausgleichen zu können. Gleichzeitig macht Storck deutlich, dass die in Deutschland strengen Standards im Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz – gerade auch im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarländern – entsprechend zu höheren Produktionskosten bei der Erzeugung führen.

Auch die Situation auf dem deutschen Eiermarkt ist nicht besser. „Das Preisniveau ist einfach zu niedrig“, konstatiert Bernd Diekmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE) und ebenfalls ZDG-Vizepräsident. Verantwortlich hierfür ist die Tatsache, dass Eier zur Verarbeitung in Lebensmitteln weitgehend aus dem Ausland stammen, wo mit niedrigeren Tierschutzstandards deutlich kostengünstiger Eier erzeugt werden können.

Diekmann fordert von der Politik eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform auch bei verarbeiteten Lebensmitteln, „damit eine Transparenz für den Verbraucher gegeben ist und die Leistung der deutschen Legehennenhalter in Sachen Tierschutz auch honoriert werden kann“, so Diekmann. Bei einem jährlichen Verbrauch von rund 217 Eiern pro Kopf in Deutschland stammen dabei rund 50 Prozent aus dem Verzehr eihaltiger Lebensmittel.   Bild: bilderbox.com   (August 2013, mh)   Quelle: ZDG