Backwaren: TK-Produkte sind Wachstumsmotor

Das Geschäft mit TK-Backwaren hat nach den Worten der neuen Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Prof. Dr. Ulrike Detmers, deutlich zugenommen. Das sagte sie auf einer Pressekonferenz des Verbands in Gütersloh. „Pre-Bake-Produkte sind offensichtlich ein Wachstumsmotor im Lebensmitteleinzelhandel“, so die Professorin. Zwei Drittel machen Brötchen und Baguette aus. Trotz gestiegener Umsätze kämpfen gerade kleine Bäckereibetriebe ums Überleben.

Im Gegensatz zur TK-Backware verzeichnen Schnitt-, Toast- und Ganzbrote nach den Marktforschungsergebnissen des Verbands Rückgänge. Dennoch bleibt der Konsum stabil. „Deutschland gehört beim Pro-Kopf-Verbrauch an Brot und Backwaren mit rund 57 Kilogramm Brot und Brötchen, fast 15 Kilogramm Backwaren und rund drei Kilogramm Backwarenproduktion nach wie vor weltweit zu den Spitzenreitern“, erklärt Detmers.

Statistische Daten liegen erst für das Jahr 2011 vor. Demnach bestand die Backbranche in Deutschland 2011 aus rund 13.800 Betrieben, ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren, der sich insbesondere bei den Betrieben mit einem Umsatz unter einer Million Euro niederschlug. Damit setzt sich die Entwicklung der früheren Jahre fort. „Gerade kleinere Familienbetriebe haben oft Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden und müssen deshalb ihren Betrieb schließen“, so die geschäftsführende Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe.

Viele befürchten angesichts dieses Rückgangs vor allem bei der Zahl der kleineren Bäckereien Einheitsbrot und Einheitsbrötchen. Dem widerspricht Detmers: „Die Vielfalt wächst immer weiter – auch dank der Angebote der Großbäckereien.“ Mehr als 300 verschiedene Brot- und zahlreiche Brötchen und Brezelsorten stellten die Betriebe in Deutschland laut Verbandsangaben her.

Der Umsatz der Branche stieg 2011 erstmals auf über 18 Milliarden Euro, ein Zuwachs um rund 600 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Lebensmitteleinzelhandel ist inzwischen der größte Bäcker in Deutschland. Zwei von drei Broten werden im Supermarkt gekauft. Die Discounter setzen verstärkt auf Backstationen. Nach Schätzungen sind bereits ca. 15.000 Backstationen für Brot und Backwaren installiert.

Das klassische Brotregal sei vom Erfolg der Backstationen aber nicht betroffen. „Der Kunde akzeptiert das erweiterte Angebot und nutzt beide Angebotsformen“, sagte Prof. Dr. Detmers auf der Veranstaltung in Gütersloh.

Bild: Verband Deutscher Großbäckereien   (September 2013, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: Verband Deutscher Großbäckereien