Russische Fischerei steht vor MSC-Zertifizierung

Die russische Alaska-Seelachsfischerei im Ochotskischen Meer steht kurz vor der Zertifizierung durch den Marine Stewardship Council (MSC). Als letztes Hindernis des Zertifizierungsprozesses wurde der Einspruch der At-sea Processors Association (APA) geklärt. In ungefähr einer Woche könnte der MSC die Zertifizierung bekannt geben.

Am Montag (16.9.) gab der unabhängige Schiedsrichter Michael Lodge seine Entscheidung zum APA-Einspruch bekannt. Er akzeptierte die von der Zertifizierungsstelle Intertek Moody Marine vorgelegten Verbesserungen, die in einem Aktionsplan mit termingebundenen Zwischenzielen umgesetzt werden sollen.

Damit ist für die russischen Fischer der Weg frei für das MSC-Zertifikat. „Wir freuen uns, dass der unabhängige Schiedsrichter den Beschluss der Intertek Moody Marine zur Zertifizierung der Alaska-Seelachsfischerei im Ochotskischen Meer als nachhaltige und gut geführte Fischerei unterstützt“, erklärt German Zverev, Vorsitzender der Pollock Catchers Association (PCA), einer Vereinigung der 45 größten russischen Fischereiunternehmen, die den Antrag für die Zertifizierung stellte.

Intertek Moody Marine muss nun den finalen Bewertungsbericht an den unabhängigen Schiedsrichter senden, der ihn formell überprüfen wird, um sicherzustellen, dass alle im Einspruchsverfahren abgestimmten Punkte in dem Bericht mitaufgenommen wurden. Der Bewertungsbericht wird sodann auf der Webseite des MSC veröffentlicht. Erst dann ist die Zertifizierung abgeschlossen. MSC rechnet damit, den Abschluss in ungefähr einer Woche bekanntgeben zu können.

Im Ochotskischen Meer werden nach Angaben der PCA durchschnittlich rund 850.000 Tonnen Fisch pro Jahr gefangen. Das entspricht einem Fünftel am gesamten jährlichen Weißfischfang Russlands. Neben der APA hatte auch der World Wide Fund for Nature (WWF) Einspruch eingelegt. Der WWF einigte sich jedoch mit der PCA und zog seinen Einspruch zurück.

Bild: Archiv   (September 2013, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: MSC