Ernährungsindustrie auf stabilem Kurs

Steigende Produktionskosten, ein harter Wettbewerb sowie ein verhaltenes Exportgeschäft prägten 2013 die Ernährungsindustrie. Dennoch blieb sie auf stabilem Kurs und erzielte nach Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) einen Umsatz von 174,5 Milliarden Euro. Das moderate Wachstum von drei Prozent war vor allem preisbedingt. Mengenmäßig stieg der Branchenumsatz nur um 0,4 Prozent.

Die fortwährend geringe Wachstumsdynamik macht die schwierige Ertragslage des viertgrößten Industriezweig Deutschlands deutlich. Der zunehmende Wettbewerbsdruck fördert die Konsolidierung, Preise für Rohstoffe, Energie und Transport bewegen sich auf hohem Niveau. Wachstum generieren die Lebensmittelhersteller durch die Erschließung neuer Absatzmärkte im Export. Mittlerweile verdient die Branche jeden dritten Euro im Ausland. Das Lebensmittelexportgeschäft bleibt mit einem Ausfuhrwert in Rekordhöhe von 53,9 Milliarden Euro eine wichtige Ertragsstütze. Aber: Im letzten Jahr blieb das Exportwachstum mit 5,2 Prozent unter dem Niveau der Vorjahre. Grund sind die konjunkturbedingte Konsumzurückhaltung in wichtigen EU-Absatzmärkten und immer mehr Handelshemmnisse in Drittländern.

Zwischen Januar und November 2013 verteuerten sich die Verbraucherpreise in Deutschland insgesamt um 1,5, die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 3,9 Prozent%. Damit folgte die  Verbraucherpreisentwicklung dem Trend aus dem Vorjahr. Langfristig gesehen liegen die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln jedoch deutlich unterhalb der allgemeinen Teuerung. Das Preisniveau in Deutschland bleibt moderat und liegt weiterhin unter dem der Nachbarländer.

Für dieses Jahr wird erwartet, dass die Ertragslage der Ernährungsindustrie angespannt bleibt. Die Kostenintensität in der Lebensmittelherstellung, der harte Wettbewerb und die hohen Kundenanforderungen nehmen weiter zu. Von der Lohn- und Steuerpolitik werden zusätzliche Kostenbelastungen befürchtet. Dennoch sind die mittelfristigen Geschäftserwartungen der Branche für dieses Jahr insgesamt zuversichtlich. Die BVE rechnet für 2014 mit einem nominalen Umsatzwachstum von bis zu 4 Prozent. Die „Konjunkturdaten der Ernährungsindustrie 2013“ stehen hier als PDF zum Download bereit. Der Link ist 28 Tage lang gültig.

Ein Interview mit BVE-Geschäftsführer Christoph Minhoff zur Lage und Entwicklung der Lebensmittelindustrie, zu Ernährungstrends, Preisen und Rohstoffen, Transparenz, Nachhaltigkeit und Regionalität lesen Sie im tk-report minus 18 „Jahresheft der Tiefkühlwirtschaft“, das am 7. Februar erscheint.   (Januar 2014, Autor: Marc Hankmann) Quelle: BVE