Kaufhof stoppt Verkauf von Käfig-Kaninchenfleisch

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof nimmt nach Angaben der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ Kaninchenfleisch aus Käfighaltung aus dem Sortiment. Ab dem 1. April 2014 sollen bei Kaufhof ausschließlich Produkte aus Bodenhaltung in den Regalen liegen. Bislang führte der Konzern im Frischebereich Käfig-Kaninchenfleisch der Marke AIA. Damit enden jahrelange Verhandlungen zwischen der Tierschutzorganisation und dem Kaufhauskonzern.

„Vier Pfoten“ hat sich mit Protestaktionen vor Kaufhof-Filialen und der Veröffentlichung von Undercover-Recherchen, mit einem Online-Protest, bei dem über 93.000 Protest-Emails zusammenkamen, aber auch mit beratenden Gesprächen für den Verkaufsstopp eingesetzt.

Die Tierschutzorganisation kritisiert die Kaninchenhaltung von AIA. In den italienischen Mastanlagen des Unternehmens würden die Kaninchen in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten und an Verhaltensstörungen wie Kannibalismus sowie an abgebissenen Ohren und wunden Läufen leiden. „Durch den ausschließlichen Verkauf von Fleisch aus Bodenhaltung setzt die Galeria Kaufhof GmbH ein deutliches Signal für den Tierschutz“, erklärt Andrea Berg, Country Managerin von „Vier Pfoten“. „Wir beobachten, dass die Zahl der Kunden, die auf tierwohlorientierte Produkte Wert legen, stetig zunimmt“, ergänzt Marion Sollbach, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Galeria Kaufhof GmbH.

Jedes Jahr werden in Deutschland laut „Vier Pfoten“ rund 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch konsumiert. Das entspricht etwa 30 Millionen Tieren. Weder in Deutschland noch auf EU-Ebene existierten zurzeit spezielle gesetzliche Vorschriften zur Haltung, zum Transport und zur Schlachtung von Kaninchen, so die Tierschutzorganisation. „Vier Pfoten“ kritisiert zudem eine entsprechende Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Organisation will die Käfighaltung für Kaninchen gänzlich verbieten.   Bild: „Vier Pfoten“   (März 2014, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: „Vier Pfoten“