Eismeergarnelen werden knapper und teurer

Der Markt für Eismeergarnelen erlebte im zweiten Halbjahr 2014 erhebliche Veränderungen. „Bei einigen Größen stiegen die Preise bis zu 50 Prozent und in der Weihnachtszeit erleben wir eine Mangelsituation“, berichtet Royal Greenland, Weltmarktführer für diese Garnelen. Der Markt für Eismeergarnelen wird mit großem Abstand von der Spezies Pandalus borealis dominiert, deren verschiedene Vorkommen in den Gewässern vor Grönland, Kanada, Norwegen und in der Barentssee leben, berichtet der grönländische Konzern. Die beiden größten Vorkommen, Westgrönland und Ostkanada, machen etwa 85 Prozent der gesamten Fangmenge aus. Besonders bei ihnen wurden in den letzten fünf Jahren die Fangquoten drastisch gekürzt.

Seit den 1980er Jahren stiegen die Fangmengen von Eismeergarnelen bis 2004 jedes Jahr an, im Durchschnitt um 6 Prozent jährlich. 2004 wurden rund 450.000 Tonnen erreicht. In den letzten zehn Jahren sind die Fangmengen jedoch im Durchschnitt um 4 Prozent jährlich gesunken. 2014 betrug die Fangmenge nur noch 267.500 Tonnen. Für 2015 werden 235.000 Tonnen erwartet. In Grönland ist die zulässige Fangmenge von 2010 bis 2014 um 30 Prozent zurückgegangen. Für 2015 wurde eine weitere Verringerung der zulässigen Fangmenge um 25.000 Tonnen empfohlen. Die kanadische Fangquote hat mit einer generellen Tendenz nach unten in den letzten fünf Jahren geschwankt. 2014 wurde sie jedoch im Vergleich zum Vorjahr um ganze 22 Prozent verringert. Sowohl in Grönland als auch in Kanada ist die Fischerei MSC-zertifiziert, um die nachhaltige Nutzung der Garnelenbestände zu gewährleisten.   (Dezember 2014, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle und Foto: Royal Greenland