„Frisch“fisch bedrängt TK-Fisch

Nach zwei rückläufigen Jahren hat sich der Fischverbrauch in Deutschland 2014 wieder auf 14 Kilogramm pro Kopf erhöht und steigt auch 2015 weiter an. Darüber freute sich das Fischinformationszentrum (FIZ) auf seiner Pressekonferenz in Hamburg. Für die Tiefkühlwirtschaft gab es allerdings nicht nur gute Nachrichten. Tiefgekühltes ist zwar mit unverändert 30 Prozent Marktanteil (für Details auf das Bild klicken) weiterhin die bei weitem beliebteste Angebotsform für Fisch, musste aber 2014 Rückgänge hinnehmen. „Durch den neu eingeführten Verkauf von sb-verpacktem Frischfisch bei den Discountern wurde dort entsprechend weniger Tiefkühlfisch verkauft“, erklärte FIZ-Geschäftsführer Dr. Matthias Keller. Viele Verbraucher bevorzugten die nicht gefrorenen Filets, obwohl der Preis teilweise doppelt so hoch sei wie bei TK-Ware und es sich zudem bei den SB-Angeboten teils auch um aufgetauten Tiefkühlfisch handele. Der Anteil des Discounthandels am gesamten Tiefkühlfisch-Verkauf in Deutschland liegt bei 56 Prozent, bei Frischfisch erhöhte er sich von rund 10 auf aktuell 25 Prozent (s. Grafik-PDF).

Weltweit stieg der Fisch- und Seafood-Ertrag aus Fang und Zucht nach FAO-Angaben 2014 um 0,9 Prozent auf 164,3 Millionen Tonnen, berichtete der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth. Das sei praktisch ausschließlich auf einen Anstieg in der Aquakultur zurückzuführen. Der Wildfang bleibe weitgehend stabil. 2014 seien dadurch erstmals mehr Fische gezüchtet als gefangen worden. 2015 werde ein Anstieg um weitere 2,6 Prozent erwartet.   (September 2015, Autor: Jörg Rüdiger)

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