Pacific Andes Probleme bewegen Fischmarkt

Wirtschaftliche Probleme der Pickenpack Muttergesellschaft Pacific Andes führen zu Veränderungen im Markt für Filetblöcke mit doppelt gefrostetem Alaska-Seelachs, berichtet der Branchendienst Undercurrent News. Zehn bis 15 Produktionsbetriebe in der chinesischen Provinz Quingdao, die bislang Fisch im Pacific Andes Auftrag filetierten, würden nicht oder schleppend bezahlt und bauten daher Lagerbestände auf, heißt es unter Berufung auf mehrere Quellen, die namentlich nicht genannt werden wollen. Ein ebenfalls nicht namentlich genannter US-amerikanischer Filetblock-Händler wolle jetzt wegen Lieferungen an Pickenpack, die Pacific Andes bislang nicht bezahlt habe, Ansprüche bei der Kreditversicherung anmelden. Die Pickenpack Europe GmbH und ihre Schwester TST hatten, wie berichtet, am 2. Dezember Vergleich angemeldet.

Zuvor hatte laut Undercurrent News bereits die HSBC Bank die zu Pacific Andes gehörende China Fisheries Group gezwungen, in die Abwicklung zu gehen. All das könne nach einhelliger Meinung von Branchenexperten erhebliche Veränderungen in Chinas Fischfilet-Branche nach sich ziehen, die auch die Verarbeiter in Russland, USA und Europa beeinflussen könnten. Aktuell könne die Situation zu einem ungesunden Absinken der Preise führen. Derweil hatte der Branchendienst Intrafish in der vergangenen Woche vorgerechnet, dass sich die Löhne in der chinesischen Weißfisch-Verarbeitung in den letzten zehn Jahren um 250 Prozent erhöht hätten und andere Länder in den Startlöchern stünden, China als großen Verarbeiter abzulösen.

Im Bericht von Undercurrent News wird auch hinterfragt, warum die stark fremdfinanzierte Pacific Andes andere Filetierfabriken beauftrage anstatt alle doppelt gefrosteten Fischfilets in der eigenen riesigen Fabrik in Hongdao herzustellen. Diese sei auf 10.000 Mitarbeiter ausgelegt, doch würden dort nur 1.000 beschäftigt. Nicht namentlich genannte Quellen werden damit zitiert, dass diese Fabrik unwirtschaftlich arbeite und daher die Aufträge fremdvergeben würden. Ein Sprecher von Pacific Andes habe hingegen auf den hohen Automatisierungsgrad der Fabrik verwiesen, durch den weniger Personal benötigt werde.

Derweil sucht der Insolvenzverwalter der Pickenpack Gruppe einen Käufer, der das Unternehmen weiterführt.   Archivfoto (Filetblöcke in Fabrik): Rüdiger   (Dezember 2015, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: Undercurrent News

Die Unruhen bei Pickenpack reichen bereits mehr als drei Jahre zurück, wie eine Chronologie der Berichte auf der tk-report minus 18 Website zeigt:

3.12.2015: Pickenpack-Insolvenz: Betrieb läuft weiter

3.12.2015: Pickenpack meldet Insolvenz an

7.10.2014: Weniger Kündigungen bei Pickenpack

3.7.2014: Pickenpack bleibt in Lüneburg

3.12.2013: Pickenpack / TST sind noch in der Planung

15.12.2013: Pickenpack: Spekulationen um Veränderungen

9.8.2013: Pickenpack/TST: Konkurrenten werden Schwestern

4.6.2013: TST und Pickenpack künftig Schwestern?

8.10.2012: TST eröffnet Fischfabrik in Riepe

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