Pickenpack: Mehrere Kaufinteressenten

Die Gesamtverbindlichkeiten der insolventen deutschen Pickenpack-Gruppe sind im oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich angesiedelt, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Friedrich von Kaltenborn-Stachau auf Anfrage von tk-report minus18. Die genaue Höhe werde von ihm zurzeit noch ermittelt. Nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren sollen die Gläubiger aufgefordert werden, ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anzumelden. – Von Kaltenborn-Stachau sei bereits von mehreren potenziellen Kaufinteressenten kontaktiert worden. „Angesichts des offenkundigen Marktinteresses werde ich zeitnah einen strukturierten Verkaufsprozess in die Wege leiten, in dessen Rahmen sowohl strategische Investoren als auch Finanzinvestoren angesprochen werden“, erklärte er. Im Idealfall finde sich ein Käufer für die Standorte Lüneburg und Riepe. Grundsätzlich sei aber auch der getrennte Verkauf der Standorte Lüneburg und Riepe denkbar. Angesichts der gerade erst begonnenen Gespräche wollte sich der Insolvenzverwalter noch nicht zu den konkreten Kaufinteressenten äußern.

Derweil laufe die Produktion in Lüneburg und Riepe uneingeschränkt weiter. „Eine Stilllegung der Produktion ist nicht geplant“, so der Rechtsanwalt. Die Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzgeld gesichert und würden den Arbeitnehmern pünktlich und vollumfänglich ausgezahlt. Von Kaltenborn-Stachau habe den Lieferanten und Dienstleistern Zahlungszusagen erteilt, so dass auch die künftige Belieferung der Pickenpack-Gruppe gewährleistet sei.

Zu den Gründen für die Insolvenz erklärte der Insolvenzverwalter, dass die deutschen Pickenpack-Gesellschaften den Rohfisch überwiegend in US-Dollar einkauften und die Fertigware in Euro verkauften. In der Vergangenheit sei keine hinreichende Absicherung gegen das Wechselkursrisiko erfolgt, so dass die Schwankungen des US-Dollar zu erheblichen Verlusten bei Pickenpack geführt hätten. Erschwerend sei hinzugekommen, dass sich Pacific Andes in jüngster Vergangenheit außerstande sah, finanzielle Engpässe der Pickenpack-Gesellschaften auszugleichen.

Da die deutschen Pickenpack-Gesellschaften keine Geschäftsanteile an der Pickenpack Europe Gelmer SAS in Wimille, Frankreich, hielten, konnte der deutsche vorläufige Insolvenzverwalter zur Produktionsstätte in Frankreich keine Fragen beantworten.   Archivfoto: Rüdiger    (Dezember 2015, Autor: Jörg Rüdiger)

Mehr zum Thema:

9.12.2015: Pacific Andes Probleme bewegen Fischmarkt

3.12.2015: Pickenpack-Insolvenz: Betrieb läuft weiter

3.12.2015: Pickenpack meldet Insolvenz an

7.10.2014: Weniger Kündigungen bei Pickenpack

3.7.2014: Pickenpack bleibt in Lüneburg

3.12.2013: Pickenpack / TST sind noch in der Planung

15.12.2013: Pickenpack: Spekulationen um Veränderungen

9.8.2013: Pickenpack/TST: Konkurrenten werden Schwestern

4.6.2013: TST und Pickenpack künftig Schwestern?

8.10.2012: TST eröffnet Fischfabrik in Riepe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.