USA will „Alaska“ beim Seelachs streichen

In einer parteiübergreifenden Gesetzesinitiative wollen Politiker in den USA den „Alaska Pollock“ (Alaska-Seelachs) in „Pollock“ umbenennen. Der Plan sei bereits weit gediehen, berichtet Seafoodsource.com. Hintergrund ist, dass auf dem US-Markt auch in Russland gefangene Fische als „Alaska Pollock“ vermarktet werden. Eine Irreführung der Verbraucher zu Lasten Alaskas und der USA, wie die Senatorinnen Maria Cantwell von den Demokraten und Lisa Murkowski von den Republikanern meinen, die das Gesetzesvorhaben vorantreiben. 2012 seien nach Angaben von Maria Cantwell 113 Millionen Pound (gut 50.000 Tonnen) russischer Pollock als „Alaska Pollock“ an amerikanische Verbraucher verkauft worden.

Alaska-Seelachs ist mit 22,9 Prozent Marktanteil 2014 der meistverkaufte Fisch in Deutschland. Er wird vor allem für die Herstellung von Fisch-Convenienceprodukten wie Fischstäbchen und Schlemmerfilet verwendet. Der Fisch, der lateinisch Theragra chalcogramma heißt, muss dabei auch hierzulande nicht aus Alaska kommen und ist zudem nicht mit dem Seelachs, sondern vielmehr mit Kabeljau verwandt. „In Deutschland habe ich noch von keinen Bestrebungen im Markt gehört, den gut eingeführten Namen zu ändern“, erklärte Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer im Bundesverband Fischindustrie, auf tk-report minus 18 Anfrage. In Österreich darf der Fisch auch Polardorsch genannt werden, in Deutschland ist nur die Alternative Alaska-Pollack erlaubt.

In den USA soll hingegen auch der lateinische Name von Theragra chalcogramma auf Gadus chalcogrammus geändert werden, um die Verwandtschaft zum Kabeljau (Gadus) deutlicher zu machen. Das dürfte jedoch bei der Einfuhr nach Europa Probleme machen, denn in der Einfuhrnomenklatur der EU ist Theragra chalcogramma als Name festgelegt.   Foto: Rüdiger (Alaska-Seelachs Filetblöcke)   (Dezember 2015, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: SeafoodSource.com

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