Gemüseernten verheerend schlecht

Erst kalte Nässe, dann extreme Hitze und Trockenheit: Die dramatischen Vorhersagen, die der europäische Verband der Obst- und Gemüseverarbeiter (PROFEL) im Juni und Juli gemacht hatte, wurden noch übertroffen. Bei Babykarotten und Pariser Karotten spricht der Verband von durchschnittlich um 37 Prozent verringerten Ernten in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Bei Erbsen waren es 31 Prozent und bei Spinat 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Saison bei grünen Bohnen ist noch nicht beendet, aber auch hier ist von einem Rückgang um 20 bis 25 Prozent auszugehen.

Im Juni und Juli hatte PROFEL bereits „die schlechtesten Ernten seit 40 Jahren“ befürchtet (s. hier). Grund waren die außergewöhnlich heftigen Regenfälle im Mai und Juni in den Haupt-Produktionsländern Nordeuropas. „Das kalte und nasse Wetter im Frühsommer, das die Aussaat verzögert und das Wachstum verlangsamt hat, wurde durch extreme Hitze und Trockenheit im Juli und August und bis in den September hinein abgelöst und führte bei einer Reihe von Gemüsen zu Stress“, so PROFEL. Die Kombination zweier extremer Wetterlagen in derselben Wachstumsperiode in Nordeuropa habe dann zu sogar noch schlechteren Ernteergebnissen geführt als im Juli vorausgesagt worden war.

Neben Erbsen, Bohnen, Spinat und Karotten waren auch bei Blumenkohl, Kürbis, Kohlrabi, Rotkohl, Schwarzwurzeln, Rosenkohl, Paprika und Grünkohl Ernterückgänge in Nordeuropa zu verzeichnen. Deutschlands Sommergrünkohl-Produktion berichtet von Ausfällen um die 25 Prozent. Ost- und Südeuropa hatten parallel unter extremen Temperaturen zu leiden, die oftmals 40 Grad überschritten. Das führte zu verringerten Ernten bei Brokkoli, Bohnen, Erbsen und Süßmais.   Foto: dragi52/Fotolia.com   (September 2016, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: PROFEL

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