Island gegen Iceland

Die Regierung von Island hat Rechtsschritte gegen den europaweiten Schutz der Marke „Iceland“ durch den britischen Tiefkühl-Einzelhändler Iceland Foods eingeleitet. Die 1969 gegründete Iceland Foods hatte „Iceland“ 2014 beim Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) als Unionsmarke eintragen lassen. Seither verfolge der Einzelhändler aggressiv isländische Firmen, die den englischen Namen ihrer Insel für Produkte verwenden, beklagt Islands Außenministerium Presseberichten zufolge. Der Inselstaat hat daher beantragt, dass die Unionsmarke für ungültig erklärt wird.

Der Einzelhändler gehe sogar gegen Firmen vor, deren Produkte nicht im Wettbewerb stünden, zitiert unter anderem der Nachrichtendienst CNBC die Regierungsseite. „Die unhaltbare Situation hat insbesondere kleinen und aufstrebenden isländischen Unternehmen geschadet“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. „Eine Firma oder ein Produkt, das in Island oder von einer isländischen Firma hergestellt wurde, sollte sich mit dem Namen des Landes präsentieren dürfen.“ Island sei in den vergangenen Jahren mehrfach auf Iceland Foods zugegangen, um eine Einigung zu erzielen.

Iceland Foods wiederum ließ wissen, man bedauere das Vorgehen der isländischen Regierung, die in jüngerer Zeit nicht auf Iceland Foods zugekommen sei, um eine faire Einigung abseits der Gerichte anzustreben. „Während wir Iceland Foods etablierte Rechte rigoros verteidigen werden, wo immer eine Verwechslungsgefahr zwischen unserem Unternehmen und dem Land Island besteht, arbeiten wir seit 46 Jahren erfolgreich unter dem Namen Iceland und glauben nicht, dass es jemals zu einer ernsthaften Verwechslung oder einem Konflikt in der öffentlichen Wahrnehmung gekommen ist oder kommen wird“, erklärte Icleand Foods in einer Stellungnahme gegenüber CNBC.

Der englische Landesname Iceland wird von isländischen Firmen vielfältig eingesetzt und findet sind in Iceland Seafoods und Iceland Responsible Fisheries ebenso wieder wie in Visit Iceland, Iceland Travel oder Icelandair.    Fotos: Rüdiger, Michaelpuche/Shutterstock.com  (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: CNBC et alia

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