McXit: Burger-Zentrale zieht nach London

Die vermeintlich vom Brexit-Beschluss gebeutelten Briten erhalten Schützenhilfe vom Fastfood-King McDonald’s. Der verlegt seine internationale Firmenzentrale von Luxemburg nach London, um, wie ihn die Wirtschaftswoche online zitiert, eine Verbundenheit mit den Briten zum Ausdruck zu bringen, „die sich angesichts des Brexit in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern befänden“. Tatsächlich könnte es aber, wie aus dem Wiwo-Bericht herauszulesen ist, wohl eher darum gehen, dass die EU Steuerermittlungen gegen McDonald’s eingeleitet hat, bei denen es um nicht versteuerte Einnahmen aus dem Franchisegeschäft gehe. Während in Luxemburg hohe Steuernachzahlungen drohten, seien internationale Unternehmen bei den Briten von solchen Steuern weitgehend befreit, heißt es.

Apropos Brexit. Verursachte das Votum für den EU-Austritt bei manchen Briten wohl Katerstimmung, die Mehrheit verknüpft mit der Rückkehr zur Kleinstaaterei wohl eher Hoffnungen. Das von Nielsen weltweit ermittelte Konsumentenvertrauen schnellte im Vereinigten Königreich im dritten Quartal 2016 sprungartig um acht Prozentpunkte nach oben. Es liegt jetzt bei 106 Punkten im Nielsen-Index und damit nun klar vor dem deutschen Konsumentenvertrauen, das im dritten Quartal aber ebenfalls (um vier Prozentpunkte) zulegte und nun bei genau 100 angekommen ist. Global lag der Zuwachs des Konsumentenvertrauens bei nur einem Prozentpunkt, es steht jetzt bei 99.

Apropos McDonald’s und Index. Der weltweit erhobene „Big Mac“-Index von „The Economist“ zeigt aktuell Rekordpreise des international weitgehend standardisiert angebotenen Fastfood-Bestsellers in der Schweiz, in Norwegen und Schweden. In allen anderen Ländern liegt der Big-Mac-Preis unter dem der USA (Juli 2016: 5,04 US-Dollar). Der seit 30 Jahren erhobene Index gibt an, wie viel ein Big Mac im jeweiligen Land durchschnittlich kostet. Das lässt Rückschlüsse auf die Volkswirtschaft des Landes zu, da die Zutaten für den Big Mac meist regional erzeugt werden, also aus dem jeweiligen Land kommen, dort auch verarbeitet werden und das Produkt im Lande selbst verzehrt wird. Während der Big Mac in der Schweiz im Juli umgerechnet 6,59 Dollar kostete, bildete die Ukraine mit 1,57 Dollar das Schlusslicht, weit hinter Südafrika mit 2,10 oder China mit 2,79 Dollar. Für Deutschland weist der Index im Juli 2016 einen Big-Mac-Preis von 4,17 Dollar aus, für Großbritannien, die künftige Heimat der internationalen McDonald’s-Zentrale 3,98 Dollar.   Foto: Tony Baggett/Shutterstock.com   (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)   Quellen: Wirtschaftswoche / Nielsen / The Economist

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