Verunsicherung um Ethoxyquin

Als Pflanzenschutzmittel seit 2011 in der EU vorsorglich verboten, ist Ethoxyquin als Zusatz beim Fischfutter weiterhin erlaubt. Aktuell rückte der Stoff in den Blickpunkt, weil er von Greenpeace in unterschiedlichen Mengen in Zuchtfischen wie Lachs, Forelle, Dorade und Wolfsbarsch nachgewiesen wurde (s. hier). Im Durchschnitt mit 200 Milligramm pro Kilogramm. Für Früchte und Fleisch wurden von der EU Grenzwerte für den Gehalt an Ethoxyquin festgelegt – bei Fleisch sind dies 50 Milligramm pro Kilogramm. Für Fisch gibt es solch eine Festlegung nicht. Die Umweltschutzorganisation fordert ein Verbot des antioxidativ wirkenden Stoffes, der zwar nicht akut giftig sei, sich aber im Körper anreichere. Die langfristige Wirkung auf den Organismus sei noch nicht erforscht.

Der Bundesverband Fisch kritisiert die von Greenpeace vorgenommene Bewertung der Untersuchungsergebnisse als falsch: „Greenpeace vergleicht die bei Fisch als Summe von Ethoxyquin und Ethoxyquindimer ermittelten Mengen mit den Mengen nur von Ethoxyquin bei Fleisch. Das ist eine wissenschaftlich falsche Vorgehensweise.“ Dies sei ein „Apfel-Birne“-Vergleich. „Die damit von Greenpeace gezielt gestreute Verunsicherung des Handels und der Verbraucher hätten bei einer Beachtung der gesetzlichen Grundlagen vermieden werden können“, meint Verbandsgeschäftsführer Dr. Matthias Keller und bewertete die Vorgehensweise von Greenpeace als „grob fahrlässig“.

Vor dem Verbot als Pflanzenschutzmittel wurde Ethoxyquin unter anderem in Tauchbädern eingesetzt, mit denen Äpfel und Birnen für die Lagerung haltbar gemacht wurden. Es verhindert, dass die Schalen braun werden. Heute sei es von der International Maritime Organzization IMO für den Transport von Fischmehl zwingend vorgeschrieben, erklärte ein Fischzucht-Experte. Fischmehl ist ein Hauptbestandteil von Fischfutter.   Website-Ausriss: Greenpeace.de   (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)

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