Staatliches Label für mehr Tierwohl

Wie angekündigt, hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf der Internationalen Grünen Woche 2017 erste Eckpunkte des geplanten Staatlichen Tierwohllabels vorgestellt. Die Kennzeichnung „Mehr Tierwohl“ auf Fleischprodukten solle es dabei in mehreren Abstufungen geben – je höher die Stufe, desto besser die Haltungsbedingungen der Tiere. Geplant seien zunächst zwei Stufen, eine dritte Stufe könne ergänzt werden, wenn sich nach der Markteinführung des Labels zeige, dass es hierfür eine Nachfrage gibt, so Schmidt. „Dem Tierwohllabel liegt ein umfangreicher Kriterienkatalog zu Grunde, der unter anderem die Größe der Ställe, Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere, Aufzuchtfragen und die Dauer von Tiertransporten umfasst“, führt der Minister weiter aus.

Ziel sei es, das staatliche Tierwohllabel 2018 am Markt einzuführen. Zunächst allerdings nur für Schweinefleischprodukte – erst in einem zweiten Schritt solle das Label auch auf Geflügelprodukte erweitert werden. Zur Unterstützung der Markteinführung habe das BMEL bereits 70 Millionen Euro eingeplant.

Schmidt geht es bei der Entwicklung des Labels um Information, Klarheit und leichte Verständlichkeit für die Verbraucher: „Am staatlichen Tierwohllabel können die Konsumenten zukünftig Produkte erkennen, bei deren Erzeugung höhere als die gesetzlichen Standards eingehalten wurden – und diese Information in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.“ Dass das ein Wunsch vieler Verbraucher sei, zeige der aktuelle BMEL-Ernährungsreport 2017. Demnach wünschen sich 79 Prozent der Befragten ein staatliches Tierwohllabel und 88 Prozent der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) hat zu den Plänen von Minister Schmidt bereits in einer Pressemitteilung Stellung genommen. Grundsätzlich stehe der ZDG dem Entstehungsprozess eines staatlichen Tierwohllabels aufgeschlossen gegenüber, verbindet diese Aussage aber mit zahlreichen Forderungen an den Landwirtschaftsminister. Unter anderem plädiert der ZDG dafür, das Tierwohllabel zwingend mit einer nationalen Herkunftsbezeichnung zu verknüpfen und es zeitgleich für Geflügel und Schwein an den Start gehen zu lassen. Das Label müsse auf freiwillige Teilnahme der Tierhalter setzen, solle die „bestehenden rechtlich zugelassenen Haltungsformen“ nicht diskriminieren und die Leistungen der Tierhalter „in angemessener Weise“ honorieren: „Dafür ist es erforderlich, dass sämtliche Abnehmer – LEH genauso wie Großverbraucher – in einen entsprechenden Tierwohlfonds nach dem Vorbild der Initiative Tierwohl einzahlen“, führt der ZDG aus.   Grafik: BMEL   (Januar 2017, Autor: Thomas Hillmann)   Quellen: BMEL, ZDG

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