China: Knoblauch-Preis bleibt hoch

Trotz einer guten Ernte in Südchina im März bleiben die Knoblauchpreise zunächst auf hohem Niveau. Erst mit großen Ernten im weit bedeutenderen Anbaugebiet in Nordchina im Mai/Juni sei mit sinkenden Preisen zu rechnen, berichtet Li Yi Nong (im Foto rechts), Exportleiter bei der Jiexu International Trading Co., Ltd. in Tianjin. Sein Unternehmen, das neben TK-Knoblauch auch tiefgekühltes Obst und Gemüse verkauft, rechne definitiv damit, dass die Preise von ihrem jetzigen Rekordhoch herunter gehen. Aktuell liege der Preis für frischen Knoblauch bei rund 13 Yuan (ca. 1,76 Euro) pro Kilogramm. Im März 2015 seien es gerade einmal 5 Yuan (0,68 Euro) gewesen.

China ist mit einem Anteil von rund 70 Prozent an der Welternte der mit Abstand größte Knoblauchproduzent, berichtet Li Yi Nong. In China gebe es zwei Ernten im Jahr; eine erste, vergleichsweise kleine, in der Provinz Yunan in Südchina im März/April. Eine zweite, weit größere und preisentscheidende Ernte gebe es im Norden in den Provinzen Shandong, Jiangsu und Henan entlang des gelben Flusses. Hier ende die Saison im Mai/Juni. Die erste Ernte sei gut ausgefallen, so Nong. Ihre vergleichsweise niedrigen Preise hätten aber keinen Einfluss auf die hohen Preise im Gesamtmarkt. Für die zweite Ernte berichtet Li Yi Nong von einer um 20 bis 30 Prozent vergrößerten Anbaufläche und bislang guten Wetterbedingungen. So werde für Juni/Juli ein um 30 bis 40 Prozent höheres Ernteergebnis erwartet, was sicherlich die Preise sinken lasse. „Merkwürdig ist, dass alle Händler, die noch Lagerbestände haben, weiterhin darum kämpfen, den Preis hochzuhalten, und dies bis heute schaffen“, so der Exportleiter. Daher lasse sich noch nicht genau voraussagen, wann die Preise zu fallen beginnen und wie weit sie sinken werden.

Die Knoblauchernte in China war von deutlich über 8 Millionen Tonnen 2015 auf 6,825 Millionen Tonnen 2016 gefallen. Einer der Gründe war ein entsprechend deutlicher Rückgang der Anbauflächen gewesen. Größtes Anbaugebiet ist die Provinz Shandong mit einer Produktion von gut 2,2 Millionen Tonnen 2016, gefolgt von Henan mit 1,32 Millionen Tonnen. Yunan habe 2016 rund 480.000 Tonnen zur Gesamtmenge beigetragen.  (März 2017, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle und Foto: Jiexu

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