Harte Zeiten für Süßes?

Durch ein steigendes Ernährungsbewusstsein stehen Desserts im Einzelhandel schwierige Zeiten bevor, glaubt Mintel. Jüngste Forschungserkenntnisse des Marktforschers zeigten, dass fast die Hälfte (48 %) der deutschen Verbraucher vorhabe, ihren Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln zu reduzieren oder diese ganz zu vermeiden. Eine ähnlich große Zahl der Deutschen (44 %) gebe dies für fetthaltige Nahrungsmittel an. „Das Bedürfnis der Verbraucher gesunde Alternativen zu traditionellen Nachtischen zu finden, geht auf Kosten des Absatzes von Desserts in Deutschland“, heißt es. tk-report minus 18 vorliegende Zahlen der Marktforschungsunternehmen Nielsen und IRI zeigen allerdings für das Tiefkühlsegment bislang keine negative Entwicklung dieser Warengruppen.

„Der deutsche Markt für im Einzelhandel verkaufte Desserts ist nach wie vor der größte in Europa, doch der Umsatz ist seit 2012 abfallend“, so Mintel weiter. 2016 seien rund 480.000 Tonnen Desserts verkauft worden, für 2017 prognostiziert Mintel ein Mengenwachstum um 0,1 Prozent. Desserts aus dem Kühlregal wie Mousse und Pudding machten 2015 in Deutschland fast drei Viertel (74 %) des LEH-Gesamtumsatzes mit Desserts aus. Gefrorene Desserts und Backwaren trügen ein weiteres Viertel zum Markt bei (24 %), gefolgt von lang haltbaren Desserts wie Obstkompott (2 %). Vieles deute darauf hin, dass Desserts zunehmend durch vermeintlich gesündere Joghurts ersetzt würden. Speiseeis fand offenkundig keinen Eingang in die Betrachtung.

„Verglichen mit ihren europäischen Nachbarn sind die Deutschen aber immer noch die größten Naschkatzen“, meint Julia Büch, Food and Drink Analystin bei Mintel. Drei Viertel (74 %) der deutschen Konsumenten habe angegeben, sich die gelegentliche Nascherei zu erlauben, verglichen mit weniger als zwei Dritteln der Verbraucher in Spanien (64 %), Italien (62 %), Frankreich (60 %) und Polen (60 %). „Gelegentliche Naschereien werden als zulässig gesehen und als Teil einer gleichermaßen gesunden wie genussvollen Ernährung. Marken profitieren davon, Gesundheit und Naturbelassenheit zu vermarkten“, meint die Analystin. „Joghurts haben in den letzten Jahren einen Fokus auf Genuss entwickelt, wodurch sich Joghurt zunehmend weniger von traditionellen Desserts abgrenzt. Cremige Texturen, sahniger Geschmack oder eine Kombination aus beidem bilden die neue Generation von Dessertjoghurts.“  (März 2017, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: Mintel

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