Kochstudie: Fertiges kreativ aufwerten

Die Deutschen suchen in der Küche eine digitale Auszeit und den Kompromiss zwischen Genuss und Pragmatismus, heißt es in einer neuen Kochstudie von Nestlé. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Kantar TNS hat der Lebensmittelhersteller 3.000 Bundesbürger zu ihren Kochgewohnheiten befragt und über 1.000 Koch-Tagebücher ausgewertet. Danach sind die Deutschen in der Küche durchaus pragmatisch. 25 Minuten dauert die Zubereitung einer Mahlzeit im Durchschnitt. Bei jedem dritten Gericht heißt es nach nicht einmal zehn Minuten: „Essen ist fertig!“

„Kochen strikt nach Rezept war gestern, Tablet und Smartphone haben seit 2008 die Gewohnheiten der Menschen in Deutschland beim Kochen deutlich verändert“, schildert Nestlé: „Die Deutschen sind kreativ und pragmatisch zugleich und suchen beim Kochen einen Ausgleich zu einem zunehmend fordernden Alltag.“ Kreativität als Motiv eine Mahlzeit zuzubereiten habe in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt (+ 64 %), so ein Kernergebnis der neuen Nestlé Studie „So kocht Deutschland“.

Man sei heute viel entspannter geworden, was das Kochen angeht, berichtet Katja Popanda, Marktforschungsleiterin bei Nestlé Deutschland. Es müsse nicht mehr alles frisch zubereitet werden. Es könne auch mal etwas Vorgefertigtes gegessen und selbst verfeinert werden. Das am besten in einem zeitlich überschaubaren Rahmen, damit wieder mehr Zeit für die vielen anderen Dinge des Alltags bleibt. Gleichzeitig möchten die Deutschen ihren Speisen eine persönliche Note geben, aber auch den Aufwand in der Küche begrenzt halten. „Das Ergebnis“, so Katja Popanda: „Ein Kompromiss aus fertigen Lebensmitteln und Eigenleistung“.

Dies gelte vor allem für die so genannten Millennials des Jahrgangs 1980 bis 1995: Nur sieben Prozent von ihnen sagen, dass Kochen für sie bedeutet, dass sie alles selber machen müssen. „Das Attribut ‚selbst gekocht‘ wird heute viel freier interpretiert“, sagt Popanda. Für 44 Prozent ist es völlig in Ordnung, Fertiggerichte und Halbfertiggerichte mit zu verwenden. Bei den Babyboomern (Jahrgang 1946 – 1964) sind dies nur 39 Prozent. Hier ist für 16 Prozent Kochen nur dann Kochen, wenn ausschließlich frische Zutaten verwendet werden. „Die Grenzen zwischen den Kategorien verschwimmen immer mehr. Insbesondere den Jüngeren ist es wichtig, wieder mit Spaß in der Küche zu stehen. Etwas mit den Händen zu tun, hat dabei in der digitalen Welt sehr an Bedeutung gewonnen. Das Kochen kann diese Funktion übernehmen“, sagt Marktforscherin Popanda.   (März 2017, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle und Foto: Nestlé

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