Iglo verlässt den BLL

Iglo tritt aus dem Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.) aus. „Im Zuge der Debatte um eine Einführung einer Lebensmittelkennzeichnung sind grundsätzliche Defizite in der Ausrichtung des Verbandes zutage getreten, so dass eine Mitgliedschaft unseres Unternehmens nicht mehr sinnvoll erscheint“, begründet Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von Iglo Deutschland (Foto), diesen Schritt in einer Meldung. Iglo kritisiert konkret, dass bei der Lebensmittelkennzeichnung eine rein nationale, deutsche Lösung vom BLL vorgeschlagen werde. Eine deutsche Einzellösung bedeute für die Unternehmen im internationalen Kontext zusätzlichen Verwaltungsaufwand, eine höhere Kostenbelastung und einen unnötigen Erklärungsaufwand für deren Vermittlung an die Verbraucher, so Schubert weiter. Die Erwartung an einen Branchenverband sei, dass er über den Tellerrand blicke und auch europäische Lösungen im Interesse aller Mitglieder vorantreibe.

Zudem moniert Iglo, dass der BLL in den konkreten Aktivitäten darauf fokussiert sei, die Interessen der Lebensmittelindustrie ausschließlich zu verteidigen und zu bewahren, anstatt auf gesellschaftliche Veränderungen einzugehen. Auch übernehme der BLL als Sprachrohr der Branche keine Gestaltungsposition im Sinne einer gesellschaftlichen Verantwortung der Lebensmittelindustrie. „Das wichtigste Kapital von Lebensmittelunternehmen ist Vertrauen“, betont Schubert. „Die Menschen in unserer Gesellschaft gewinnen wir als Branche nur mit Antworten auf ihre (neuen) Fragen. Wer heute glaubt, dass man Themen ‘politisch wegmoderieren‘ könne, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Mitgliedsunternehmen im Verband kein Gehör fänden.

„Im Interesse der gesamten Lebensmittelindustrie möchte Iglo mit diesem Schritt ein Signal setzen, dass es auch Unternehmen mit einer anderen Haltung in Deutschland gibt und dass dieser Schritt eine überfällige, brancheninterne Debatte um die Zukunftsausrichtung einer wichtigen Interessensvertretung auslösen kann“, schließt das Unternehmen seine Meldung.   Quelle & Bild: Iglo   (Mai 2019)

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