IRI: Zweistellige Zuwächse im LEH

Die Berliner hamsterten in der ersten März-Woche (Kalenderwoche 10) deutschlandweit am meisten, dicht gefolgt von den Bayern. Im Schnitt lag das Umsatzplus im Lebensmitteleinzelhandel bei 15 Prozent in dieser Woche. Alle Bundesländer verzeichneten ein zweistelliges Wachstum. Das ist das Ergebnis einer Erhebung von IRI, einem führenden Anbieter von Big Data sowie analytischen und technologischen Lösungen für die Konsumgüterbranche. Laut dem „IRI Corona Tracker“ lagen die Umsätze in Berlin 22 Prozent und in Bayern 20 Prozent über den Umsätzen der vergleichbaren Vorjahreswoche.

Bei der Betrachtung der einzelnen Bundesländer fällt auf, dass die Hamsterkäufe gemeinschaftlich Ende Februar, also in der neunten Kalenderwoche begonnen haben. Die Hamsterkäufe sorgten Ende Februar im Schnitt für einen Umsatzanstieg im Lebensmitteleinzelhandel von 16 Prozent im Vergleich zu der entsprechenden Vorjahreswoche. „Der Beginn der Corona-Welle in Deutschland schlägt sich also deutlich in den Abverkaufszahlen des Lebensmitteleinzelhandels nieder. Die Deutschen begannen Ende Februar zu hamstern aus Angst vor dem neuen Virus und seinen Folgen – und das über alle Bundesländer hinweg“, so Christoph Knoke, Geschäftsführer von IRI Deutschland. „Für die Kalenderwochen elf, zwölf und so weiter rechnen wir weiterhin mit noch deutlich höheren Umsätzen als im Vorjahr“, so Knoke weiter.

Besonders Hygieneartikel legten zu, bei den Lebensmitteln konnten folgende Warengruppen Umsatzzuwächse verzeichnen: Reis lag im Umsatz in der letzten Februar-Woche 160 Prozent über dem der vergleichbaren Vorjahreswoche, es folgten Mehl (146 Prozent), getrocknete Hülsenfrüchte (141 Prozent), Suppen (126 Prozent), Fertiggerichte (122 Prozent) und Nudeln (99 Prozent).

Im stationären Handel zeigt sich ein recht einheitliches Bild über alle Vertriebsschienen hinweg, so IRI. Spitzenreiter sind in Kalenderwoche zehn die Drogeriemärkte mit einem Plus von rund 17 Prozent, in Kalenderwoche neun waren es die Verbrauchermärkte mit einem Umsatzplus von ebenfalls 17 Prozent. Auch online beobachtet IRI einen Anstieg der Verkäufe: plus 17 Prozent in der neunten Kalenderwoche, plus 18 Prozent in der zehnten. Da im IRI-Bericht zum Online-Handel aber vornehmlich Non-Food-Händler betrachtet wurden, ist davon auszugehen, dass das tatsächliche Plus deutlich höher ausfallen dürfte für den Schwerpunkt Lebensmittel. „Die Deutschen bestellen jetzt verstärkt auch Lebensmittel online, bisher hatten Lebensmittel am E-Commerce nur einen Anteil von rund 1-2 Prozent“, erklärt Christoph Knoke. „Das Corona-Virus gibt dem Online-Geschäft mit Lebensmitteln deutlich Schwung und der Lebensmittel-Kauf über das Internet wird von dieser Dynamik sicherlich auch über die Zeit von Pandemie und Kontaktsperre hinaus profitieren“, so Knoke.   Quelle: IRI   Bild: SN-Verlag   (März 2020)

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