Tendenziell weniger Salz in TK-Pizzen

Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU, Foto) hat in Berlin die ersten Ergebnisse der Nationalen Reduktionsstrategie vorgestellt. Zu den Tiefkühl-Pizzen heißt es in dem Bericht: „Die durchschnittlichen Salzgehalte von Tiefkühl-Pizzen haben zwischen 2016 und 2019 in den meisten Fällen tendenziell abgenommen. Salami-Pizzen enthalten aufgrund ihrer salzigen Kernzutat oft mehr Salz als beispielsweise Gemüse-Pizzen. Auch Pizzen derselben Sorte weisen jedoch stark unterschiedliche Salzgehalte auf ‒ zum Teil variieren sie um über 200 Prozent. Das zeigt: Bei vielen Produkten besteht noch Reduktionspotenzial. Salzärmere Pizzen verzeichnen häufig einen höheren Absatz als salzigere Produkte.“

Mit der Nationalen Reduktionsstrategie will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den Gehalt von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten reduzieren. Erstmalig hat sich die Lebensmittelwirtschaft mittels Zielvereinbarungen bis 2025 dazu verpflichtet, Zucker, Salz und den Gesamtenergiegehalt in diesen Produkten zu reduzieren. Um sicherzustellen, dass die Strategie wirksam ist und die Ziele erreicht werden, setzt das Ministerium auf ein fortlaufendes und engmaschiges Monitoring. Damit wurde das Max Rubner-Institut (MRI) beauftragt, das nun erstmals eine Zwischenerhebung zu Milchprodukten, Erfrischungsgetränken, Frühstückscerealien und Tiefkühl-Pizzen vorgelegt hat.

Die zentralen Ergebnisse im Vergleich zur Basiserhebung 2016:
 18 Prozent weniger Zucker in Quarkzubereitungen für Kinder und gleichzeitige Abnahme des Energiegehalts um zehn Prozent
17 Prozent weniger Zucker in Knusper-Schoko-Cerealien für Kinder
Sieben Prozent weniger Zucker in Kinderjoghurts und gleichzeitige Abnahme des Energiegehalts dieser Produkte um 18 Prozent
tendenziell weniger Salz in Tiefkühl-Pizzen

Im Vergleich zu 2018:
35 Prozent weniger Zucker in Erfrischungsgetränken für Kinder

Dazu erklärte Ministerin Klöckner: „Es geht in die richtige Richtung. Positiv ist, dass in vielen Fällen auch die Gesamtkalorienzahl der Produkte sinkt, wenn Zucker reduziert wird. Das ist entscheidend. Mit dem Begleitgremium werde ich dafür sorgen, dass dieser Fokus nicht verloren geht. Weiter wird es eine engmaschige Erfolgskontrolle geben. Ganz klar ist: Gesetzte Ziele müssen erreicht werden. Und dort, wo es hakt, muss nachgebessert werden.“

Kritik zu den von Klöckner vorgestellten Zahlen kam von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Oliver Huizinga, Leiter Recherche & Kampagnen bei Foodwatch, sagte: „Es ist geradezu lächerlich, dass Frau Klöckner ihre freiwillige Vereinbarung mit der Lebensmittelindustrie als großen Erfolg verkauft. Eine Zuckerreduktion von sehr viel zu viel auf viel zu viel ist kein Erfolg, sondern eine Bankrotterklärung. 99 Prozent der Frühstücksflocken für Kinder enthalten zu viel Zucker, Joghurts für Kinder enthalten 40 Prozent mehr Zucker als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen – das zeigen Daten der AOK und vom Max Rubner-Institut. Bei Zuckergetränken, einer der Haupt-Ursachen für die Fettleibigkeits-Epidemie, ging der Zuckeranteil sogar nur um läppische 0,2 Gramm pro 100 Milliliter zurück. Frau Klöckners Strategie gegen Fettleibigkeit und Fehlernährung ist krachend gescheitert – auch wenn die Ministerin sich das nicht eingestehen will.“   Quellen BMEL, Foodwatch  Bild: BMEL   (April 2020)

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