dti: Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen

Das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V. (dti) unterstützt das mit der Farm-to-Fork-Strategie von der EU-Kommission angestrebte Ziel eines nachhaltigeren und resilienten Ernährungssystems in Europa, das erklärte der Verband am Mittwoch (20. Mai). Das unternehmerische Handeln der Tiefkühlwirtschaft der letzten Jahre zeige, dass die Branche ihre Verantwortung gegenüber Verbrauchern und Gesellschaft ernst nehme und ihre Anstrengungen für Nachhaltigkeit und Gesundheit weiter vorantreibe, so das dti. „Die Umsetzung der Farm-to-Fork-Strategie muss aber gleichzeitig auch die Wettbewerbsfähigkeit von Lebensmittelunternehmen in den Fokus nehmen“, betonte das dti.

Weiter erklärte das dti: Die im Zuge der Strategie zu ergreifenden Maßnahmen sollten den Folgen der Corona-Pandemie Rechnung tragen, die viele Unternehmen in den kommenden Monaten abfedern müssen. Der wirtschaftliche Wiederaufbau und die Entwicklung nachhaltigerer Ernährungssysteme müssen gleichberechtigt als eine Chance für die Zukunft betrachtet werden. Die COVID-19-Pandemie hat aufgezeigt, dass gerade die lange Haltbarkeit und die Aufrechterhaltung von Lieferketten bedeutende Aspekte in der Lebensmittelversorgung der Zukunft sein wird. Tiefkühlprodukte leisten heute und in Zukunft einen wichtigen Beitrag dazu. Dies bietet Chancen für die „Farm to Fork“-Strategie, die es zu nutzen gilt, um Nachhaltigkeit und Gesundheit auf einen Nenner zu bringen.

Durch die lange Haltbarkeit und Portionierbarkeit sind Tiefkühlprodukte ein wichtiger Lösungsbeitrag im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung, den die EU-Kommission vorantreiben will, denn sie werden nachweislich sehr viel seltener vor dem Verzehr entsorgt als vergleichbare frische Lebensmittel. Tiefgekühlte Lebensmittel sind auch unter Klimagesichtspunkten nachhaltig. Das Öko-Institut e.V. Freiburg hat bereits 2012 Klimabilanzen für Tiefkühlprodukte erstellt und nachgewiesen, dass die durch TK-Produkte verursachte Klimabelastung mit selbst zubereiteten oder anderen haltbaren Lebensmitteln vergleichbar oder sogar in einzelnen Kategorien geringer ist.

Das dti unterstützt die Entscheidung der EU-Kommission innerhalb der nächsten zwei Jahre eine harmonisierte Nährwertkennzeichnung Front-of-Pack einzuführen und setzt sich dafür ein, den Nutri-Score als Lösung zu wählen, der bereits in einigen Mitgliedstaaten eingesetzt wird und nachweislich dazu beiträgt, informierte Kaufentscheidungen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu erleichtern.

In einer ausgewogenen und gesunden Ernährung haben alle Lebensmittel einen Platz, diese wählen die Verbraucher aus dem vielfältigen Angebot individuell nach ihren Bedürfnissen aus. Einige der von EU-Kommission geplanten Maßnahmen wie die Einführung von Nährwertprofilen und europäischen Grenzwerte für Salz, Zucker und Fett wären eine Gefahr für die Vielfältigkeit des Angebots und ein schwerwiegender Eingriff in Produktinnovation und Rezepturfreiheit der Unternehmen, die zum Nachteil der Konsumenten wirken.

Die Tiefkühlwirtschaft ist einer der absatzstärksten Lebensmittelindustriezweige in Deutschland. Im Jahr 2019 lag der Umsatz von Tiefkühlprodukten bei 15,4 Milliarden Euro. Pro Kopf werden in Deutschland jährlich 46,9 Kilogramm TK-Produkte verzehrt. Das dti kooperiert mit dem Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten-Herdecke, um die Nachhaltigkeitsstrategien der Branche wissenschaftlich zu begleiten. Quelle: dti (Mai 2020)

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