Umfrage: Corona wird LEH verändern

Edeka

Das Institute of Brand Logic hat 200 Entscheider im deutschsprachigen LEH nach den Auswirkungen der Coronakrise auf die Branche befragt. Kernergebnisse: 80 Prozent geben an, dass die Online-Nachfrage seit Beginn der Krise stark zugenommen habe – mit der Folge einer massiven Überlastung der Online-Lieferlogistik. Auch längerfristig scheinen sich klare Konsumtrends abzuzeichnen: 64 Prozent erwarten, dass der wöchentliche Einkauf an Bedeutung gewinnt, 55 Prozent sehen möglichst kurze Anfahrtswege als Trend. Bei der Produktauswahl dürften regionale Erzeugnisse (65 %) und gesunde Ernährung (59 %) noch deutlich stärker als bisher in den Fokus der Konsumenten rücken.

Eine Sorge der meisten Befragten: Die Krise dürfte für ein verstärktes Sparverhalten der Konsumenten sorgen und den Anteil am verfügbaren Haushaltseinkommen senken, der für Lebensmittel ausgegeben wird. „Das wird preisaggressiven Anbietern in die Hände spielen“, sagt Studienautor Markus Webhofer, Gründer und CEO des Institute of Brand Logic. „Unternehmen müssen sich auf einen verstärkten Wettbewerb einstellen und mit neuen Strategien reagieren.“ 

Nahezu alle befragten Unternehmen rechnen für die gesamte Dauer der Krise mit strengen Hygienevorschriften. „Die hohe Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus zwingt den Handel zu umfangreichen Maßnahmen, um Kunden und Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen“, sagt Webhofer. „Das verursacht einerseits spürbar höhere Kosten für die Unternehmen, hat aber andererseits auch positive Wirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter – die Krankenstände sind dadurch im Moment niedrig.“

Weitere Ergebnisse: Um Kosten zu sparen, wollen zudem 78 Prozent die Prozesse im Lager und in der Logistik automatisieren, 67 Prozent wollen im Bereich der Lieferkette Kooperationen eingehen.

Die eigene Organisation besser für künftige Krisen zu wappnen sei das Gebot der Stunde: Rund drei Viertel der Befragten geben an, in diesem Bereich besonders aktiv werden zu wollen und ein leistungsfähiges Krisenmanagement zu etablieren, Digitallösungen für flexiblere Arbeitsstrukturen einzuführen sowie Krisen-PR-Strategien zu entwickeln. Trotz aller Corona-bedingten Probleme ergibt sich für Studienautor Webhofer somit auch ein positiver Effekt: „Die Krise hat in den Unternehmen Veränderungen angestoßen oder beschleunigt, die weit über die aktuelle Phase hinaus wirken werden. Wer den Wandel nutzt und die richtigen Schlüsse für seine Strukturen und Prozesse zieht, wird langfristig davon profitieren.“ Quelle: Institute of Brand Logic Bild: TK-Report (Mai 2020)

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