Exportklima der deutschen Ernährungsindustrie eingebrochen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben zu einem deutlichen Einbruch der Stimmung in der exportierenden Ernährungsindustrie geführt. Das ergab eine Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), durchgeführt durch die AFC Management Consulting. Sowohl eine Eintrübung der Aussichten hinsichtlich Geschäftslage als auch Geschäftserwartungen im Lebensmittelexport führten mit einem Minus von 41 Prozentpunkten im Vorjahresvergleich zu dem stärksten Rückgang seit Beginn der Erhebungen.

Die Corona-Pandemie hat damit den Abwärtstrend des Stimmungsbarometers aus dem Vorjahr erheblich verstärkt, so die BVE. Nach Einschätzung der Unternehmen wird die Pandemie auch in den nächsten sechs Monaten das Exportgeschäft beeinflussen. Gut 36 Prozent der Exporteure erwarten in Zukunft rückläufige und nur 20 Prozent steigende Absätze.

2020 konnte die Mehrzahl der Unternehmen (56 %) keine neuen Absatzmärkte im Ausland erschließen, bei 13 Prozent nahm die Anzahl der Märkte im Ausland sogar ab. Nur 31 Prozent konnten ihre Exportmärkte weiter diversifizieren. Auch der Blick in die Zukunft ist wenig optimistisch. Die Mehrzahl der Unternehmen (54 %) plant auf Basis der heutigen Weltwirtschaftslage in den nächsten 12 Monaten keine neuen Märkte zu erschließen. Neben Unsicherheiten als Folge der Pandemie sind die Gründe hierfür auch in Handelshemmnissen durch politische und wirtschaftliche Krisen sowie bürokratische Hürden zu suchen.

„Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie steht die Branche weiterhin vor Belastungen wie den US-Strafzöllen, einem möglichen Scheitern der Vertragsverhandlungen zwischen Europäischer Union und Vereinigtem Königreich, Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA, aber auch dem hohen Preisdruck im internationalen Wettbewerb sowie dem harten Wettbewerb im nationalen Markt“, erläutert Prof. Dr. Otto A. Strecker, Managing Partner bei AFC.

Die wichtigsten Absatzmärkte der Branche liegen 2020 weiterhin im Europäischen Binnenmarkt. Während die Befragten für Frankreich und Italien sinkende Absatzerwartungen angaben, verspricht sich die Ernährungsindustrie insbesondere vom Export nach Polen und in die Niederlande Wachstum. Die Erwartungen an die Drittlandsmärkte sind überwiegend positiv: China und Ukraine liegen an der Spitze, gefolgt von Vietnam und der Schweiz. Rückläufige Erwartungen wurden für die USA und das Vereinigte Königreich angegeben.   Quelle: BVE   Foto: Shutterstock   (Juni 2020)

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