Mintel: Take-away eröffnet Chancen

Die kalte Jahreszeit naht – und mit ihr das Ende der Biergartenzeit. Angesichts der Corona-Pandemie könnte der Gastronomie ein weiteres schwieriges Quartal bevorstehen. Dem neuesten Covid-Verbrauchertracker des Marktforschungsunternehmens Mintel zufolge fühlen sich 43 Prozent der Deutschen beim Gedanken an den Besuch des Innenbereichs eines Restaurants oder einer Bar unwohl. Bei Gastgewerben mit Außenbereich sieht dies etwas optimistischer aus: unwohl fühlen sich dort nur 26 Prozent.

„In der derzeitigen Situation halten sich aufgrund der geringeren Luftzirkulation viele Menschen nur ungern in geschlossenen Räumen auf. Für die Branche bleibt immer noch abzuwarten, was in der politischen Diskussion um die Verwendung von Heizstrahlern in der kälteren Herbst- und Winterzeit letztendlich beschlossen wird und welche Bestimmungen dann gelten werden“, erklärt Dr. Christina Wessels, Household and Leisure Analystin bei Mintel Deutschland.

Um den drohenden Umsatzverlust etwas abzupuffern, könnten Liefer- und Take-away-Services erneut Abhilfe schaffen. Derzeit gehen zwar nur 7 Prozent der Deutschen davon aus, über den kommenden Monat mehr Geld für Take-aways und Lieferservices auszugeben; bei den älteren Millennials zwischen 31 und 39 Jahren steigt dieser Anteil bereits auf 10 Prozent. „Neben der Besorgnis über die Einhaltung der Corona-Maßnahmen reiht sich, mit den aktuell steigenden Infektionszahlen, die Unsicherheit über einen zweiten Lockdown unter den Gastronomiebetreibern. Lieferservices und Take-away-Optionen bieten Gastronomiebetreibern dabei eine potenzielle Ausfluchtmöglichkeit. Bereits während der Schließungen im Frühjahr haben einige Restaurants auf Lieferservices umdisponiert und wären somit für einen zweiten Anlauf stärker aufgestellt,“ erläutert Wessels.

Mintels Report „Essgewohnheiten außer Haus“ zufolge sind es vor allem die jüngeren Altersgruppen der 16-24-Jährigen (50 Prozent der Befragten) sowie die Millennial-Generation der 25-34-Jährigen (48 Prozent), die ihr Lieblingsessen bevorzugt nach Hause bestellen. Im Vergleich sind es bei den Konsumenten zwischen 45 und 54 Jahren 27 Prozent, bei den Verbrauchern über 55 Jahren immerhin 13 Prozent. „Zwar sind jüngere Menschen derzeit noch Hauptzielgruppe von Lieferservices”, betont Wessels, „allerdings sollten die älteren Bevölkerungsgruppen dabei nicht vernachlässigt werden. Durch eine abgestimmte Zielgruppenansprache, ein diversifiziertes Werbe-Portfolio (z. B. Flyer, Anzeigen in Zeitungen) und telefonische Bestellungsmöglichkeiten kann es sich für Unternehmen lohnen, auch an ältere Verbrauchergruppen heranzutreten.“ Quelle: Mintel Foto: Shutterstock/DisobeyArt (September 2020)

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