Iglo verliert Markenstreit um seinen Käpt‘n

Eine Werbefigur für Fischprodukte mit grauem Bart und Mütze: Wer denkt da nicht an Käpt‘n Iglo (Foto)? Offenbar die Richter der 17. Handelskammer am Landgericht München 1. Die lehnten jetzt eine Klage des Tiefkühlkostherstellers Iglo gegen die Appel Feinkost GmbH wegen des Vorwurfs der irreführenden Werbung ab. Das Cuxhavener Unternehmen Appel wirbt unter dem Claim „küstlich fein“ mit einem Herrn, der wie Käpt’n Iglo Bart und Seemannsmütze trägt. Nach Auffassung der Kammer stelle die maritim gestaltete Werbung aber keine irreführende Nachahmung dar.

Das Landgericht München begründete die noch nicht rechtskräftige Entscheidung detailiert. Unter anderem verwies die Kammer darauf, dass die Werbefigur von Appel auf den meisten Bildern keinen blauen Anzug wie Käpt`n Iglo, sondern einen grauen Anzug trage. Anders als Käpt`n Iglo trage die Figur der Beklagten auch keinen weißen Rollkragenpullover und kein weißes T-Shirt, sondern eine karierte Weste mit Krawatte, sowie einen Seidenschal.

Außerdem machten die Richter auf den Umstand aufmerksam, dass die Appel-Figur eine Elblotsen-Mütze trage. Diese mache sie nicht zu einem Seemann, so die Richter. „Solche Mützen werden im norddeutschen Raum, an der See, zahlreich getragen, insbesondere handele es sich insoweit auch nicht um eine Kapitänsmütze“, betonten die Münchener Richter.

Iglo hat die Werbefigur Käpt’n Iglo 1985 in Deutschland eingeführt. Sie basiert auf der 1966 von der Werbeagentur Lintas erfundenen Figur Captain Birds Eye. Seitdem wurde der Käpt’n Iglo mit verschiedenen Darstellern besetzt, darunter von 2008 bis 2010 durch den Schauspieler Gerd Deutschmann. Seit 2018 wirbt der italienische Schauspieler Riccardo Acerbi für Fischstäbchen, Backfisch, Schlemmerfilet und weitere Iglo-Produkte. Quellen u.a.: Landgericht München, Bild: Iglo (Dezember 2020)

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