Ernährungsreport: Gesünder und nachhaltiger Essen

Für 91 Prozent der Befragten muss Essen gesund sein. 83 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken. Das zeigt der Ernährungsreport 2021, den die Bundesministerin für Landwirtschaft und Ernährung, Julia Klöckner (Foto), zum sechsten Mal seit 2015 in Berlin vorgestellt hat. Grundlage des Reports ist erneut eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa bei rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren. 

Bei 45 Prozent derjenigen, die den Nutri-Score schon einmal auf der Verpackung wahrgenommen haben, beeinflusste die Bewertung ihre Entscheidung zum Einkauf – und das, obwohl das Kennzeichen erst zwei Monate vor der Befragung in Deutschland eingeführt wurde. Wichtig ist den Verbrauchern zudem das Thema Regionalität: Regionale Herkunft spielt mit 82 Prozent weiter eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Lebensmittel, 68 Prozent achten beim Einkauf auf die vom Ministerium eingeführte Kennzeichnung „Regionalfenster“.

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit sei zudem erfreulich, dass fast 90 Prozent der Verbraucher abgelaufene Produkte darauf überprüfen, ob sie doch noch genießbar sind. 2016 waren das noch 67 Prozent. „Das zeigt: Die Aufklärungsarbeit, die mein Ministerium unter anderem mit der Initiative ‚Zu gut für die Tonne!‘ im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung leistet, trägt Früchte. Hier werden wir nicht nachlassen, denn jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel“, so Julia Klöckner.

Während der Fleischkonsum zurückgeht, gewinnt Tierwohl an Bedeutung: 86 Prozent der Befragten wäre ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen wichtig oder sehr wichtig, dafür wären die Verbraucher auch bereit, mehr zu zahlen. Der Verzehr von Fleisch und Wurst nimmt beim täglichen Konsum mit 26 Prozent ab (2015: 34 Prozent). 10 Prozent bezeichnen sich als Vegetarier, 2 Prozent als Veganer, 88 Prozent der Befragten verzichten also nicht auf Fleisch. Der Hauptgrund für den Kauf vegetarischer oder veganer Alternativprodukte ist Neugier – 71 Prozent der Befragten nennen diesen Grund. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent. Die Akzeptanz von vegetarischen oder veganen Alternativen ist sehr stark altersabhängig, Jüngere greifen öfter zu. 74 Prozent der Verbraucher über 60 Jahre geben dagegen an, noch nie solche Produkte eingekauft zu haben.

„Es gibt hohe gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft“, resümiert Julia Klöckner. „Das zeigen auch die Ergebnisse unseres Reports – mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Tierwohl. Deswegen setzen wir den politischen Rahmen für eine wettbewerbsfähige und gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft, in Deutschland und auch in Europa.“ Quelle & Bild: BMEL (Mai 2021)

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