Drei Viertel wollen Klimalabel bei Lebensmitteln

Trotz Corona hat der Kampf gegen den Klimawandel für die Menschen in Deutschland höchste Priorität. Darin ist sich die Bevölkerung über alle Alters-, Geschlechts-, Bildungs- und Einkommensgruppen hinweg einig. Bei der praktischen Umsetzung einer klimafreundlicheren Ernährung gibt es allerdings große Informationslücken und den Wunsch nach Orientierung. In diesem Kontext sprechen sich drei Viertel der Befragten für ein Klimalabel bei Lebensmitteln aus. Das zeigt die Studie „So klimafreundlich is(s)t Deutschland“, die Nestlé am 1. Juni gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach vorgestellt hat.

„Nachhaltigkeit wird immer wichtiger – gerade bei der Ernährung. Das Thema ist in der Breite der Bevölkerung angekommen“, erklärt Professor Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin bei Allensbach. 

68 Prozent der Befragten sehen die Bekämpfung des Klimawandels als wichtigste globale Herausforderung. Zwei Drittel machen sich über die Folgen der zunehmenden Erderwärmung (sehr) große Sorgen. In der Frage, bei wem die Verantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel liegt, sehen die Befragten vor allem die Industrie in der Pflicht (68 Prozent), gefolgt von Verbraucher:innen selbst (52 Prozent) sowie Politik (50 Prozent) und Handel (47 Prozent). 

45 Prozent der Verbraucher:innen geben an, beim Essen und Trinken schon ihr Verhalten geändert zu haben. Für mehr als die Hälfte ist fehlendes Wissen der wichtigste Hinderungsgrund für klimafreundlicheres Verhalten. Sie wissen nicht, wo sie ansetzen sollen und haben daneben oft finanzielle Bedenken (36 Prozent) und können Gewohnheiten schwer ändern (34 Prozent). Rund drei Viertel der Befragten wären bereit, für klimafreundliche Produkte mehr zu bezahlen, darunter würden auch 17 Prozent deutlich mehr bezahlen. 

Besonders gering ist die Umstellungsbereitschaft, wenn es um den Verzicht auf Fleisch oder tierische Produkte wie Milch oder Käse geht: Für 47 Prozent der Bevölkerung kommt es nicht in Frage, nur wenig tierische Produkte wie Milch oder Käse zu verzehren, weiteren 16 Prozent würde das sehr schwerfallen. 38 Prozent schließen einen weitgehenden Verzicht auf Fleisch aus, weiteren 14 Prozent würde dies schwerfallen.

Gleichzeitig ist die Offenheit für pflanzliche Fleischersatzprodukte in der Bevölkerung insgesamt groß. Rund die Hälfte hat solche Produkte schon gegessen, darunter hat es lediglich 12 Prozent nicht geschmeckt. Weitere 16 Prozent der Bevölkerung können sich vorstellen, solche Produkte zu essen. Die Akzeptanz von Fleischersatzprodukten ist auch eine Frage des Alters und der Bildungsschicht: In der Gruppe der 14-29-jährigen und bei Menschen mit höherer Schulbildung ist die Offenheit am größten.

„Der Klimawandel erfordert ein sofortiges Umdenken und Handeln. Unser Ziel ist es, die Verbraucher:innen durch die Studie noch besser zu verstehen und klimabewusste Ernährung für sie einfach und erkennbar zu machen“, sagt Marc Boersch, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG. Um klimaneutrale Produkte transparent zu kennzeichnen, sei eine europäische Lösung wichtig. Boersch wünscht sich „ein einheitliches Vorgehen mit klarer Methodik, um den Menschen eine vergleichbare Kennzeichnung mit echtem Mehrwert zu bieten“.
Für die Nestlé-Studie So klimafreundlich is(s)t Deutschland  wurden im März diesen Jahres 2.511 Bürger:innen zwischen 14 und 84 Jahren online befragt. Quelle & Bild: Nestlé (Juni 2021)

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