Greenpeace-Kritik an ASC- und MSC-Siegel

Greenpeace Österreich übt scharfe Kritik an den Siegeln von ASC und MSC. Im gerade veröffentlichten „Gütezeichen-Guide für Lebensmittel“ bewertet die Umweltschutzorganisation 31 Gütesiegel sowie 14 Bio-Marken hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit für KonsumentInnen und ihres Beitrags zum Umweltschutz. Die Siegel vom ASC und MSC wurden dabei schlechtmöglichst klassifiziert: Greenpeace bezeichnet sie als „absolut nicht vertrauenswürdig“ und wirft ihnen vor, zur Umweltzerstörung beizutragen. ASC und MSC widersprechen vehement.

Hauptkritikpunkte von Greenpeace am ASC: In Chile und Norwegen gehe die Abgabe von Chemikalien und Antibiotika auf den ASC-Farmen weit über die vorgeschriebenen Limits hinaus. Zudem wird bemängelt, dass das Futtermittel für Aquakulturen in der Regel aus wild gefangenem Fisch bestünde. Außerdem funktioniere die Implementierung nur bedingt. „Überprüfungen konnten zeigen, dass nur 20 Prozent aller zertifizierten Farmen die ASC-Kriterien erfüllt haben“, schreibt Greenpeace.

Der ASC widerspricht den Vorwürfen. So sei die im Factsheet genannte Zahl, dass ein Kilo Zuchtfisch fünf Kilo Wildfisch bräuchte, veraltet. „Heute wird nur noch rund 1 Kilo Wildfisch benötigt – oftmals sogar darunter. Aktuell machen Fischmehl und -öl weniger als 30 Prozent des Futters in der Zucht aus – und viel kommt mittlerweile aus Überresten aus der Verarbeitung“, betont der ASC. Grundsätzlich gelte, dass der Großteil des Fischfutters, nämlich 70 – 80 Prozent, aus pflanzlichen Bestandteilen wie Weizen oder Erbsenprotein bestünde. Auch dem Antibiotikavorwurf tritt der ASC entgegen. Unter anderem verweist die Organisation darauf, dass alle auf einer ASC-Farm verabreichten Antibiotika von einem Tierarzt im Rahmen eines vereinbarten ethisch verantwortlichen Behandlungsplans verschrieben werden müssen. Die Kritik einer mangelhaften Implementierung widerum beruhe allein auf einer „Fehlinterpretation der Arbeitsweise“ des ASC.

Auch der MSC weist die Aussagen im jüngsten „Gütesiegel-Guide“ von Greenpeace Österreich vehement zurück. Greenpeace formuliere darin z.T. Falschaussagen und stelle wichtige Kontextinformationen nicht bereit. Darüber hinaus sei die Bewertungsmethodik dieser sogenannten „Analyse“ undurchsichtig, welche Methodologie der Bewertung der Siegel zugrunde liege, bleibe unklar. Gemessen an den von Greenpeace selbst aufgestellten Transparenzregeln sei der „Gütesiegel-Guide“ als dunkelrot einzustufen: Absolut nicht vertrauenswürdig, so der MSC. Quelle: Greenpeace, ASC, MSC (Juli 2021)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.