Kartoffelernte 2021 rückläufig

Eine Kartoffelerntemenge von rund 10,6 Millionen Tonnen erwartet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in diesem Jahr, basierend auf den bisher vorliegenden Rodeergebnissen. Grundlage für diese Zahl ist die Feststellung des vorläufigen Ergebnisses des Sachverständigenausschusses für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind das 9,2 Prozent weniger, gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 aber nur 0,4 Prozent. Im Bundesdurchschnitt weisen die bisher vorliegenden Ergebnisse dabei einen vorläufigen Hektarertrag von 410 Dezitonnen aus. Dies bedeute einen Rückgang um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. um 2,3 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt, so das BMEL. 

Ein Grund für das geringere Ernteergebnis seien die diesjährigen Witterungsbedingungen, gibt das BMEL an. Durch das außergewöhnlich kalte Frühjahr entwickelten sich die Kartoffelbestände zögerlich. Das in weiten Teilen Deutschlands sehr wechselhafte und nasse Sommerwetter führte zu vermehrten Pilzinfektionen und wirkte sich negativ auf Ertrag und Qualität aus. Im Juli und August waren die Kartoffelfelder oftmals zu nass zum Befahren. Hauptfaktor sei aber die zurückgehende Anbaufläche, so das BMEL. Rund 259 300 Hektar Ackerfläche wurden in Deutschland in diesem Jahr mit Kartoffeln bestellt – im Vergleich zum Jahr 2020 entspricht das einem Rückgang um 5,2 Prozent. Niedersachsen ist weiterhin das bedeutendste Kartoffelanbaugebiet in Deutschland mit einem Flächenanteil von rund 45 Prozent, gefolgt von Bayern mit 15 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit etwas unter 15 Prozent.

Aus Sicht des Deutschen Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV) führte der „verantwortungsvolle und kluge Umgang“ mit der Ressource Kartoffel in den letzten Monaten dazu, dass bei guter Warenverfügbarkeit keine Markturbulenzen aufgetreten sind. Die Kartoffelwirtschaft habe in den letzten Jahren bewiesen, dass die mittelständisch geprägte Struktur flexibel auf Herausforderungen reagieren und eine stabile Versorgung aller Bedarfe sichern kann. Das werde auch mit der Ernte 2021 gesichert sein. Quellen: BMEL/DKHV Bild: Shutterstock (September 2021)

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