Island: Kabeljau bis zu 80 Prozent teurer als vor einem Jahr

Die Preise für gefrorenen isländischen Kabeljau liegen inzwischen 70 bis 80 Prozent höher als noch vor einem Jahr – und ein Rückgang sei nicht in Sicht, schreibt das Portal IntraFish. Für gefrorene Kabeljaufilets ohne Haut und Gräten wurden aktuell 14,40 Euro/kg aufgerufen, während es ein Jahr zuvor noch 8,40 Euro/kg waren – ein Plus von 71 Prozent. Die Preise für gefrorene Filets ohne Haut, aber mit Stehräten lägen derzeit zwischen 12,60 und 13,20 Euro/kg und damit 80 Prozent über den Vorjahrespreisen. Für diese Rekordpreise gibt es mehrere Ursachen: das Abebben der Coronapandemie, Russlands Krieg in der Ukraine, Quotenkürzungen auf Island und in der Barentssee und der Verlust des MSC-Siegels bei der norwegischen Kabeljaufischerei.

Islands Kabeljau-Quote liegt bei 255.000 t für 2022 und wird 2023 um 6 Prozent reduziert. Die Fischerei in der Barentssee wurde bereits für das laufende Jahr um 20 Prozent auf 708.480 t gesenkt und soll für 2023, so die Prognosen, abermals um 20 Prozent heruntergefahren werden. Der Krieg in der Ukraine wiederum treibt die Nachfrage nach Alternativen für Kabeljau aus Russland. Erstaunlich ist, dass frischer isländischer Kabeljau, der gewöhnlich teurer ist als das TK-Produkt, derzeit mit Preisen zwischen 8,40 und 9,60 Euro/kg (Filet ohne Haut und Gräten) erheblich günstiger zu bekommen sei als das gefrorene Pendant. Das sei nicht nachhaltig, meint Gunnar Sigurdsson, Geschäftsführer des isländischen Lieferanten Atlantic Seafood, und ist sich sicher: „Ich glaube, bald werden wir die Frostware wieder als preiswertere Alternative zum Frischprodukt haben, wie es sein soll. Aber es bleibt abzuwarten.“ Quelle & Bild: Fischmagazin (August 2022)

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