Bäcker senden SOS und fordern Sofortmaßnahmen

Die Liefer- und Filialbäckereien fordern von der Politik Soforthilfen, um eine Versorgungskrise zu vermeiden. Sie verstehe nicht, warum es wegen der aktuellen Krise durch die extreme Energiekostenbelastung keine finanzielle Soforthilfe für Bäckereibetriebe gebe, erklärte die Verbandspräsidentin der Filial- und Lieferbäckereien Prof. Dr. Ulrike Detmers (Foto). „Um eine Versorgungskrise zu vermeiden, senden wir SOS an die Politik. Während Preissteigerungen bei Zutaten, Verpackungen, Logistik usw. durch moderate Preishöhungen von Broten und Backwaren an Kunden weitergegeben werden konnten, sind explodierende Energiekosten nicht mehr über weitere Preiserhöhungen zu decken“, so Detmers. 

Die Präsidentin des Verbands Deutscher Großbäckereien fordert deshalb folgende politische Sofortmaßnahmen: 

1. Unbürokratische Liquiditätshilfen aus dem Topf der EEG-Milliarden. 17,4 Mrd. Euro liegen aktuell auf dem Konto zur Förderung der erneuerbaren Energien. Ein Teil davon sollte verwendet werden, um bei existentiell bedrohten Grundversorgern wie Bäckereien die Zahlungsfähigkeit zu erhalten und Pleiten zu vermeiden. 

2. Ein einfaches Antragsverfahren bei KfW-Krediten mit günstigen Zinsen und mehrjähriger Tilgungsfreiheit.

3. Das Energiekostendämpfungsprogramm mit Zuschüssen für Erdgas und Strom sollte verlängert werden. Die Beantragung und der Nachweis sollten möglichst einfach sein und auch von Klein- und Mittelstandsbetrieben bearbeitet werden können.

Den Klein- und Mittelstandsbetrieben müsse umgehend politisch die Angst vor der Insolvenz genommen werden, so Detmers. Fehlende Arbeitskräfte, Personallücken bei Betriebsnachfolger*innen, hybride Arbeitsformen usw. brächten das Leistungsvermögen bei kleinen und mittleren Betrieben schon heute an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit. „Jetzt muss Ruhe her, damit wieder Hoffnung aufkeimt“, betonte Detmers, die neben ihrer Funktion als Präsidentin der Großbäckereien auch Vorsitzende und Sprecherin der Geschäftsführung der Mestemacher Management GmbH ist. Quelle: Verband Deutscher Großbäckereien Bild: Mestemacher (September 2022)

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