Ernährungsstrategie: Lebensmittelverband steigt aus, dti setzt Mitarbeit fort

Das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) wird sich weiter an der Erarbeitung der Ernährungsstrategie der Bundesregierung beteiligen. „Einen Ausstieg aus dem Dialog halten wir für nicht zielführend“, erklärte das dti am Donnerstag gegenüber dem TK-Report und betonte „im Interesse aller seiner Mitglieder weiterhin einen offenen und gestaltenden Dialog mit der Politik und den gesellschaftlichen Akteuren führen“ zu wollen. Am Dienstag (25.10.) hatte der Lebensmittelverband das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) kritisiert und seine Mitarbeit am Verfahren zur Erarbeitung einer Ernährungsstrategie aufgekündigt. 

Das BMEL will bis 2023 eine Ernährungsstrategie erarbeiten, Ziel ist die „Förderung einer gesünderen, ressourcenschonenden und pflanzenbasierten Ernährung und von mehr Bewegung“. An der Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung der Strategie beteiligten sich auf Einladung des BMEL im Juni 150 Vertreter:innen u.a. aus Verbraucherschutz und Ernährungswirtschaft. Diese sollen sich zu 13 Themenbereichen in rund 30 Kleingruppen beraten. Am Dienstag fand eine Folgeveranstaltung statt.

Das gewählte Verfahren biete keine adäquate Beteiligungsmöglichkeit der Verbände und Unternehmen, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Christoph Minhoff. „Wir wollen nicht in den Verdacht geraten, lediglich Staffage in einem vorbestimmten, intransparenten Prozess zu sein“, so Minhoff weiter. Die Einladung des Ministeriums erwecke den Eindruck, dass die Ziele und Handlungsfelder der Strategie bereits festgelegt seien und mit den verschiedenen Stakeholdern eine Diskussion hierzu nicht weiter stattfinden solle. „Deshalb werden wir von einer Mitarbeit mit Alibi-Charakter absehen“, so Minhoff. Quellen: dti / Lebensmittelverband / BMEL Bild: dti (Oktober 2022) 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.