Studie: Jährlich mehr als 100.000 Tote im Fischereisektor weltweit

Mehr als 100.000 Menschen sterben jedes Jahr im Fischereibetrieb. Diese Zahl nennt eine neue Studie, die von der Fish Safety Foundation im Auftrag der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation The Pew Charitable Trust (PEW) in Auftrag gegeben wurde. Die hohe Zahl an Todesopfern betreffe vor allem Fischer mit niedrigem Einkommen – einschließlich Kindern, die zur Arbeit gezwungen werden, schreibt PEW. Verantwortlich für die Sterblichkeit seien vor allem Armut, geopolitische Konflikte, Überfischung, illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) sowie der Klimawandel.

IUU-Betreiber sparten, wo sie nur können und ingnorierten Sicherheitsvorschriften. Wenngleich es „so gut wie unmöglich sei, die Gesamtzahl [der Todesopfer] zu quantifizieren“, liefere die Studie „das bisher vollständigste Bild von der Anzahl der weltweiten Toten in der Fischerei“. 

Auf der Grundlage der Studienergebnisse drängt PEW auf mehrere Maßnahmen. Neben verbesserter Datenerfassung, Transparenz und Informationsaustausch fordert die Organisation die Umsetzung von bereits vorhandenen Regelungen. Dazu zähle das 2012 von der Internationalen Schifffahrts-Organisation verabschiedete Kapstadt-Abkommen, das Sicherheitsstandards für den Bau und die Konstruktion von Fischerbooten vorgibt, sowie das FAO-Abkommen über Hafenstaatmaßnahmen, mit dem verhindert werden soll, dass illegal gefangener Fisch in die Lieferkette von Meeresprodukten gelangt. Auch das IAO-Übereinkommen C188 über die Arbeit im Fischereisektor von 2007, das Standards für Lebensbedingungen an Bord von Schiffen auf See setzt, solle umgesetzt werden. Quelle: PEW/FischMagazin Bild: Shutterstock (November 2022)

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