Tiefkühlwirtschaft diskutiert in „Kostbar“ über Energiekrise

Vor rund 60 Teilnehmenden aus Politik, Industrie, Verbänden und Verbraucherorganisationen diskutierten MdB Sandra Detzer (Bündnis 90/Die Grünen, Foto), Mitglied im Finanz- und Wirtschaftsausschuss, MdB Gitta Connemann (CDU), Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) und Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages, David Krause, Geschäftsführer Agrarfrost GmbH & Co. KG, und dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner bei der 10. Ausgabe der „Kostbar – Die Lebensmitteldebatte am Morgen“ online über die aktuellen wirtschafts- und energiepolitischen Herausforderungen für die Tiefkühlwirtschaft. 

Die energieintensiven mittelständischen Unternehmen der Tiefkühlbranche stehen infolge der massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise vor einer existenziellen Bedrohung. Die Bundesregierung will bis zum 18. November ein umfassendes Entlastungspaket auf den Weg bringen und arbeitet gerade eine „Gas- und Strompreisbremse“ aus. Das dti begleitet diesen Prozess als Interessenvertretung der deutschen Tiefkühlwirtschaft intensiv und hat sich schon mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Hilfen für die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für die gesamte Wirtschaft nun schnell auf den Weg zu bringen. Das dti hat völlig zu Recht Planbarkeit bis 2024 gefordert – dem tragen wir mit unserem Rettungsschirm Rechnung“, so Sandra Detzer auf dem digitalen Podium der Kostbar. „Die massiven Fehler in der Vergangenheit beim Thema Energie lassen sich leider nicht mehr ungeschehen machen. Wir werden auch in Zukunft kein billiges Gas mehr bekommen; auch die Lebensmittelpreise werden nicht mehr das alte Niveau erreichen. Wir sorgen dafür, dass alle Unternehmen zügig entlastet werden.“

Gitta Connemann dagegen kritisierte die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung: „Mich erreichen täglich verzweifelte Hilferufe aus mittelständischen Unternehmen, die angesichts der explodierenden Energiekosten um ihre Existenz fürchten. Wir warnen ganz ausdrücklich vor einer Mittelstandslücke bei den angekündigten Hilfen und vor einer Erosion des Wirtschaftsstandortes Deutschland mit fatalen Folgen! Wir brauchen eine Ausweitung des Energieangebotes, jede Kilowattstunde muss ans Netz!“

David Krause befürchtet, dass die Maßnahmen in der derzeit angedachten Ausgestaltung den Mittelstand nicht entlasten werden: „Wenn nicht deutlich nachgebessert wird, kommt es zu einer massiven Verzerrung des nationalen Wettbewerbes, und das Ziel der inflationshemmenden Wirkung der Gas- und Strompreispreisbremse – insbesondere im Bereich der Lebensmittelherstellung – kommt nicht zum Tragen. Auch größere mittelständische Unternehmen kämpfen mit den gestiegenen Preisen für Gas und Strom, sie dürfen nicht benachteiligt werden!“

dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner betonte, die Tiefkühlbranche stehe bereit, in einem sachlichen und konkreten Dialog mit der Politik weiter an den gemeinsamen Zielen zu arbeiten. „Uns ist es wichtig, in einen konstruktiven Austausch zu kommen, bei dem wir uns gegenseitig zuhören und die Perspektive aus dem Mittelstand ernst genommen wird – ideologiefrei und respektvoll. Aber ich sage auch ganz klar: Es muss schnell verlässliche Entlastungen und Planungssicherheit bis 2024 geben.“ Quelle: dti Bild: Grüne im Bundestag, S. Kaminski (November 2022)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.