Die NGG rief zu Warnstreiks am Hauptsitz von Deutsche See in Bremerhaven auf.
Foto/Grafik: NGG
Auch Deutsche See-Beschäftigte der Niederlassung am Fischmarkt in Hamburg-Altona schlossen sich dem Streik an.
Für den gestrigen Dienstag (13.1. von 0:00 bis 24:00 Uhr) hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Warnstreiks bei der Deutsche See Fischmanufaktur an deren Hauptsitz in Bremerhaven sowie an vielen der bundesweit 19 Standorte aufgerufen, teilt die NGG mit. Nach drei ergebnislosen Tarifverhandlungsrunden wollen viele Beschäftigten damit gegen den Sparkurs der Geschäftsführung protestieren.
Die Gewerkschaft fordert einen Anschlusstarifvertrag mit 12 Monaten Laufzeit bis 30. September 2026, 12 Prozent mehr Entgelt für alle Entgeltgruppen, 300 Euro mehr Ausbildungsvergütung sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Grundlage der Forderung seien insbesondere die Mindestlohnerhöhung ab 1. Januar 2026 und die notwendige Wahrung der Entgeltabstände. Deutsche See habe bislang lediglich einen Inflationsausgleich bei 27 Monaten Laufzeit angeboten.
In Bremen wird auch am Mittwoch noch gestreikt
Für die unteren Entgeltgruppen wurde eine Angleichung an den Mindestlohn vorgeschlagen, das heißt wenige Euro-Cent mehr als die 13,90 Euro Mindestlohn, teilte NGG-Sprecher Jan Kleine mit. Konkret lägen die Vorschläge für die Entgeltgruppe 3 bei 0,03 Euro zum 1. Januar 2026. Zum 1. Januar 2027 seien Tariflöhne angeboten worden, die dann 0,08 Euro (EG 2), 0,13 Euro (EG 3) bzw. 0,14 Euro (EG 4) über dem Mindestlohn von dann 14,60 Euro lägen. Für die Auszubildenden seien nur minimale Anpassungen angeboten worden, eine unbefristete Übernahme wurde abgelehnt. Auch der Versuch der Tarifkommission, über eine alternative Lösung mit einer Jahressonderzuwendung zu verhandeln, sei gescheitert.
„Wer trotz steigender Mindestlöhne, hoher Arbeitsbelastung und großer Verantwortung der Beschäftigten jede echte Verbesserung verweigert, provoziert den Konflikt bewusst“, erklärte NGG-Verhandlungsführer Björn Bauer: „Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht bereit, Reallohnverluste und Perspektivlosigkeit weiter hinzunehmen.“ An dem Streik in Bremerhaven hätten rund 200 Beschäftigte insbesondere aus Nacht- und Frühschicht teilgenommen, sagte Jan Kleine. Für die Beschäftigten der Niederlassung Bremen solle die Arbeit noch bis zum heutigen Mittwoch, 18:00 Uhr niedergelegt werden.