65 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet Dr. Oetker international. Der deutsche Markt blieb 2025 auf Vorjahresniveau.
Foto/Grafik: Dr. Oetker
Primärer Wachstumstreiber in Westeuropa: das Pizza-Segment, hier die Produktion der Ristorante in Wittlich.
Die Nahrungsmittelunternehmen von Dr. Oetker, einschließlich der Conditorei Coppenrath & Wiese, haben im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz 4,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse entspricht dies einem Wachstum von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und den damit verbundenen volatilen Märkten ist es uns gelungen, ein stabiles Ergebnis zu erzielen“, erläutert Carl Oetker, Vorsitzender der Internationalen Geschäftsführung. Carl Oetker, Ururenkel des Unternehmensgründers Dr. August Oetker, löste im Vorjahr Dr. Albert Christmann an der Spitze des Unternehmens ab.
Internationale Umsatzentwicklung
Im internationalen Geschäft, das mit einem Anteil von gut 65 Prozent am Gesamtumsatz weiterhin eine zentrale Säule bildet, zeigten sich regionale Unterschiede. Während der Umsatz im deutschen Markt auf Vorjahresniveau verblieb, konnte in Westeuropa – primär getrieben durch das Pizza-Segment – ein leichtes Plus erzielt werden. Deutliche Zuwächse verzeichnete die Region Osteuropa, insbesondere in der Türkei und in Polen. In Amerika blieben die Umsätze insgesamt stabil, sahen sich jedoch mit erheblichen Währungseffekten, einer restriktiven Zollpolitik der USA sowie einer allgemeinen Konsumzurückhaltung konfrontiert.
Coppenrath & Wiese mit leichtem Plus
Die seit 11 Jahren zu Oetker gehörende Conditorei Coppenrath & Wiese verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen leichten Umsatzanstieg. Genaue Zahlen nannte Dr. Oetker nicht, 2024 lag der Umsatz bei 520 Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür war einerseits das erfolgreiche Geschäft mit TK-Brötchen und andererseits die Wiederaufnahme von Listungen bei Kaufland, die im Vorjahr noch reduziert worden waren. Während das Markengeschäft im Inland positiv verlief, belasteten die US-Zollpolitik und die globale Konsumzurückhaltung das Exportgeschäft der Mettinger.
Impulse im Pizza-Markt: Fokus auf Social-Eating
Im Bereich der Produktinnovationen setzte Dr. Oetker im Berichtsjahr einen Schwerpunkt im Pizza-Segment. Mit der Einführung des Sortiments „La Mia Familia“ in Deutschland, den Niederlanden und Spanien adressiert das Unternehmen den Trend zu geselligen Anlässen und dem sogenannten Social-Eating. Das im März 2025 lancierte Konzept besteht aus gefüllten, vorportionierten Pizzabrötchen. Die Brötchen sind als Beilage oder für informelle Verzehranlässe konzipiert. Eine Erweiterung des Sortiments um die Sorte „Knoblauch“ sowie der Roll-out in weitere Länder ist für Mai 2026 geplant. Zudem beging das Unternehmen 2025 das 40-jährige Jubiläum der Marke „Pizza Ristorante“, einer der tragenden Säulen im Tiefkühlsortiment.
Investitionen von 174 Mio. Euro
Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich Nahrungsmittel belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt 174 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel floss bei Dr. Oetker in den Ausbau der internationalen Pizzakapazitäten. Die Conditorei Coppenrath & Wiese investierte vorrangig in nachhaltige Energielösungen sowie in die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsstandorte. Neben der Stärkung der produktionstechnischen Grundlagen bildeten Nachhaltigkeitsprojekte im Rahmen der „Sustainability Charter“ sowie die Digitalisierung zentraler Prozesse weitere Investitionsschwerpunkte.
Resilienz und Stabilität im Fokus
Für das laufende Jahr 2026 stellt sich das Unternehmen auf ein weiterhin herausforderndes Umfeld ein, das von geopolitischen Unsicherheiten geprägt bleibt. Der Fokus liegt daher verstärkt auf der Resilienz der Lieferketten. Dennoch plant Dr. Oetker, die Investitionen auf hohem Niveau fortzusetzen, um Innovationen in den Bereichen Pizza, Dessert und Kuchen weiter voranzutreiben, erklärten die Bielefelder.