68 Prozent der Betriebe im Kälteanlagenbau bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut.
Foto/Grafik: VDKF
Problem Fachkräftemangel: Fehlende personelle Kapazitäten werden von 39 Prozent der Betriebe als Wachstumshemmnis beschrieben.
Die deutsche Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche präsentiert sich wirtschaftlich robust und zukunftsorientiert. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage 2026 des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe e.V. (VDKF). Die Auswertung zeichne das Bild einer bestens aufgestellten Branche, die technologische Herausforderungen aktiv annehme, so der VDKF.
Die Erhebung analysiert jährlich die Geschäftslage, Materialpreise und Betriebsstrukturen der Fachbetriebe. Schwerpunkte bildeten diesmal zudem die Kältemittel-Thematik und die Unternehmensnachfolge.
Impulse durch Energiewende
Trotz einer weiterhin verhaltenen Konjunktur sowie steigender Energiepreise, anhaltender Kostensteigerungen und geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich das Kälteanlagenbauerhandwerk auch 2026 wirtschaftlich stabil. Impulse erhält die Branche insbesondere durch die Energiewende, die anhaltend hohe Nachfrage nach energieeffizienter Gebäudetechnik und Klimatisierungslösungen.
Die Branche ist weiterhin überwiegend mittelständisch geprägt. Rund ein Drittel der Betriebe erzielt einen Jahresumsatz zwischen 1 und 2 Mio. Euro, während knapp ein Viertel bereits mehr als 5 Mio. Euro erwirtschaftet.
Mehrheit sieht Geschäftslage gut oder sehr gut
Die Geschäftslage im Kälteanlagenbauerhandwerk bleibt deutlich besser als die allgemeine Konjunkturentwicklung in Deutschland. Insgesamt bewerten 68 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut, lediglich 5 Prozent als schlecht. Damit erweise sich die Branche trotz der anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als stabil und widerstandsfähig, betont der VDKF.
Fachkräftemangel bremst Geschäftsbetrieb
Rund 39 Prozent der befragten Unternehmen gab an, dass der Fachkräftemangel den Geschäftsbetrieb einschränkt. Das Kälteanlagenbauerhandwerk zählt laut Bundesagentur für Arbeit weiterhin zu den sogenannten Engpassberufen, was den strukturellen Fachkräftebedarf der Branche unterstreicht. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass die Branche weniger unter mangelnder Nachfrage leidet, sondern vielmehr durch fehlende personelle Kapazitäten in ihren Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt wird.
Betriebsauslastung von 93 Prozent
Der durchschnittliche Auftragsbestand ist gegenüber der Vorjahresumfrage von 11 auf 13 Wochen gestiegen. Die Auslastung der Betriebe ist mit 93 Prozent unvermindert auf sehr hohem Niveau. Die Aufträge kommen dabei größtenteils aus dem Gewerbe (35 %, Vorjahr 38 %), gefolgt von der Industrie (28 %), Privatkunden (25 %) und der öffentlichen Hand (12 %, Vorjahr 15 %).
Das Geschäft mit Hauswärmepumpen bleibt ein wichtiges Zukunftsfeld für das Kälteanlagenbauerhandwerk. Aktuell installieren 38 Prozent der befragten Betriebe Wärmepumpen im privaten Bereich, weitere 7 Prozent planen den Einstieg. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr infolge politischer Unsicherheiten bleibt das Marktsegment langfristig attraktiv. Der Tätigkeitsschwerpunkt der meisten Betriebe liegt jedoch weiterhin in der Installation und Wartung von Klimaanlagen, gefolgt von Gewerbekälteanlagen.
Kältemittelpreise dürften steigen
Die bislang weitgehend stabilen Preise für Kältemittel dürften sich in den kommenden Monaten deutlich erhöhen. Ursache sind die fortschreitende Verknappung von F-Gasen und verschärfte Quotenregelungen. Damit gewinnt ein professionelles Kältemittelmanagement mit Rückgewinnung und Wiederaufbereitung zunehmend an Bedeutung, um die Kältemittelverfügbarkeit langfristig zu sichern.
Viele Betriebe müssen hierfür allerdings noch das Know-how im Umgang mit alternativen Kältemitteln aufbauen, erklärt der VDKF. Erst 52 Prozent der Fachbetriebe sehen sich in der Lage, Propananlagen warten und installieren zu können, bei CO2-Anlagen sind es 38 Prozent und bei Ammoniak-Anlagen nur 10 Prozent.
Unternehmensnachfolge als große Herausforderung
Die Unternehmensnachfolge bleibt eine der größten Herausforderungen im Handwerk. Nach Angaben des ZDH stehen in den kommenden fünf Jahren bis zu 130.000 Handwerksbetriebe vor einer Betriebsübergabe. Eine frühzeitige Planung ist dabei entscheidend, um den Fortbestand der Unternehmen zu sichern. Bei 28 Prozent der Kälte-Klima-Fachbetriebe steht in den nächsten fünf Jahren eine Übergabe an – bei 46 Prozent durch Verkauf an Externe, bei 44 Prozent durch interne Nachfolge.