27.02.2026

GMG: Daikin sieht klimapolitischen Rückschritt

Die am 24.02.2026 veröffentlichten Eckpunkte der Koalition für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bewertet Daikin kritisch. Aus Sicht des Herstellers von Wärmepumpen-, Lüftungs-, Kälte- und Klimatechnik setzen die geplanten Änderungen „falsche Signale sowohl für den Klimaschutz im Gebäudesektor als auch für Endverbraucher“.

Die bislang geltende 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) soll aufgehoben und durch eine Grüngas- bzw. Grünöl-Quote ersetzt werden. Demnach müssen neu eingebaute Öl- oder Gasheizungen, ab 01.01.2029 einen Anteil von 10 Prozent an CO₂-neutralen Brennstoffen nutzen. Bis 2040 wird dieser Anteil in drei Schritten erhöht (Bio-Treppe). "Auf welchen Wert dieser Anteil gesteigert werden soll, lassen die Eckpunkte offen. Somit ist unklar, ob bis 2045 überhaupt ein Anteil von 100 Prozent CO₂-neutraler Brennstoffe erreicht wird. Die Formulierung 'Dabei halten wir die Klimaziele im Blick' ist diesbezüglich nicht eindeutig", moniert Daikin.

Gebäudesektor werde Klimaziele deutlich verfehlen


„Mit der vorgesehenen Abschaffung der 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen und der Einführung einer Grüngas- beziehungsweise Grünöl-Quote für Gas- und Ölheizungen stärkt die Koalition fossile Heizungen. Gleichzeitig ist absehbar, dass der Gebäudesektor seine Klimaziele weiterhin deutlich verfehlen dürfte. Denn der in den Eckpunkten genannte zusätzliche Minderungsbeitrag von zwei Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 steht in keinem Verhältnis zur bis dahin prognostizierten Zielverfehlung von rund 110 Millionen Tonnen CO₂“, betont Martin Krutz, Geschäftsführer der Daikin Airconditioning Germany GmbH.

Wirtschaftliche Risiken für Hauseigentümer


Aus Sicht von Daikin birge die erneute Öffnung für fossile Heizsysteme auch wirtschaftliche Risiken für Haus- und Wohnungseigentümer. Denn die Wahl eines Heizsystems ist eine langfristige Investitionsentscheidung. Wer sich heute für eine Öl- oder Gasheizung entscheidet, bindet sich an steigende CO₂-Preise, regulatorische Unsicherheiten sowie perspektivisch hohe Kosten für die Bereitstellung und Beimischung von Biogas oder Bioöl. Mittel- und langfristig könne dies zu einem erheblichen Kostenrisiko werden, so Daikin. Hinzu kommt, dass der Einsatz von grünem Wasserstoff im dezentralen Wärmemarkt aufgrund erheblicher Umwandlungsverluste energetisch ineffizient und kostenintensiv ist. Biomethan und grüner Wasserstoff würden vor allem in der Industrie gebraucht werden und entfalten dort aus volkswirtschaftlicher Perspektive einen höheren Nutzen als im privaten Heizungskeller.

Förderzusage und europäischer Rahmen als positive Elemente


Positiv bewertet Daikin die angekündigte Absicherung der Förderung für Wärmepumpen bis mindestens 2029. Entscheidend wird jedoch sein, wie verbindlich und in welchem Umfang die dafür benötigten Mittel tatsächlich hinterlegt werden. Ebenso begrüßt das Unternehmen die geplante 1:1-Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) in deutsches Recht, da sie einen verlässlichen regulatorischen Rahmen schaffen kann.

Offen bleibt aus Sicht von Daikin, ob das auf Basis der Eckpunkte ausformulierte Gesetz klimapolitisch dem bisherigen Gesetz gleichwertig sei und einer rechtlichen Überprüfung standhalten werde. „Solange hier zentrale Fragen ungeklärt sind, bleiben Unsicherheiten für Industrie, Handwerk, Hauseigentümer und Investoren bestehen“, kritisiert Daikin.

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