28.07.2026
EU-Sanktionen: Keine Einfuhrbeschränkungen für russischen Fisch

Foto/Grafik: SN-Verlag
2023 stammten etwa 34 Prozent sämtlicher EU-Weißfisch-Importe aus Russland.
Der Rat der Europäischen Union hat am 23. Juli 2026 das 21. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und die entsprechenden Rechtsakte noch am selben Tag im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Entgegen ursprünglichen Beratungen der EU-Kommission enthält das beschlossene Maßnahmenpaket keine Restriktionen für die Einfuhr von Fisch und Fischereierzeugnissen aus russischer Herkunft. Ursprünglich im Raum stehende Vorschläge wie die Einführung eines Kontingentmechanismus, gestaffelte Einfuhrkürzungen für Alaska-Seelachs oder Importverbote für Kabeljau wurden nicht in die Verordnung übernommen.
Im Vorfeld der Entscheidung hatte sich ein Bündnis aus acht Wirtschaftsverbänden unter Federführung des Fischverbandes e.V. und unter Mitwirkung des Deutschen Tiefkühlinstituts e.V. (dti) in einer gemeinsamen Initiative an die Bundesregierung – darunter das Bundeskanzleramt, das Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Außenministerium – sowie an die Regierungen der Küstenländer gewandt. Die Verbände wiesen darauf hin, dass die geplanten Restriktionen bestehende Lieferketten, langfristige Kontrakte und die verarbeitungstechnischen Erfordernisse der verarbeitenden Industrie unzureichend berücksichtigen. Sie forderten daher praktikable Übergangsfristen und tragfähige Ausnahmeregelungen, um Störungen in den Lieferstrukturen abzuwenden.
Bereits Anfang Juli zeichnete sich ab, dass Fisch nicht unter die neuen Wirtschaftsbeschränkungen fallen würde. Nach letzten Verhandlungen am 22. und frühen 23. Juli hatten sich Vertreter der EU-Staaten einigen können – und strichen die Fisch-Sanktionen. Während LEH-Filialisten in der EU bereits sei Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 nur noch zögerlich russische Produkte gekauft hatten, blieben europäischen Weißfischverarbeiter insbesondere für preiswerte panierte Produkte wie Fischstäbchen auf die Rohware aus Russland angewiesen, kommen doch geschätzte 34 Prozent (2023) sämtlicher EU-Weißfisch-Importe aus Russland. Die weltweit größten Fabriken für derartige Produkte liegen in Deutschland.
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