04.09.2026

Erntebericht 2026: BMLEH schnürt Milliarden-Hilfspaket

Der amtliche Erntebericht 2026 zeichnet ein ernüchterndes Bild für die deutsche Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei. Extreme Trockenheit und Hitze führten regional zu verheerenden Ernteverlusten. So sinkt die Getreideernte bundesweit um 7,3 Prozent auf rund 37,4 Millionen Tonnen, beim Winterweizen liegt das Minus sogar bei 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch beim Winterraps wird mit einem Rückgang von 11,5 Prozent gerechnet. Neben den Witterungsextremen belasten weltweite Marktverwerfungen infolge internationaler Krisen, stark gestiegene Produktionskosten für Energie und Dünger sowie verfallende Erzeugerpreise die Betriebe massiv. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sprach von einer „Krise von nationaler Tragweite“ und warnte vor dauerhaften Strukturbrüchen und Gefahren für die nationale Ernährungssicherheit.

Umfangreiches Liquiditätsprogramm


Um die Liquidität und Handlungsfähigkeit der Betriebe rasch zu sichern, plant das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) einen umfassenden Liquiditätsrahmen von rund einer Milliarde Euro. Konkret wird das bestehende Liquiditätshilfeprogramm bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank um 300 Millionen Euro auf ein Darlehensvolumen von 500 Millionen Euro aufgestockt, während gemeinsam mit dem Finanzministerium ein zweites, zinsvergünstigtes Programm mit längeren Laufzeiten vorbereitet wird. Zudem werden EU-Düngemittelhilfen von 60 Millionen Euro als unbürokratische Hektarprämien für stark gestiegene Dünger- und Dieselkosten ausgezahlt.

Ergänzend setzt sich das BMLEH für die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage, die Verstetigung der Gewinnglättung über 2028 hinaus sowie die GAK-Förderung von Mehrgefahrenversicherungen ein. Zur Stärkung der Wälder sollen bis zu 100 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds mobilisiert werden. Auch die Fischerei erhält Unterstützung: Neben bis zu 4,5 Millionen Euro zur Dieselkostenerstattung (21 Cent/Liter für März bis Juli 2026) stehen bis zu drei Millionen Euro für die Vergütung von Datenerhebungen im Rahmen einer Referenzflotte bereit.

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