29.09.2026

Kartoffelernte 2026 bricht deutlich ein

Die deutsche Kartoffelernte fällt im Jahr 2026 deutlich schwächer aus als im Rekordjahr zuvor. Nach den vorläufigen amtlichen Ergebnissen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wird für das laufende Jahr eine Erntemenge von rund 10,4 Millionen Tonnen erwartet. Damit wird das sehr starke Ergebnis von 2025 mit damals 13,9 Millionen Tonnen um knapp ein Viertel verfehlt. Auch der mehrjährige Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 wird um rund 13 Prozent unterschritten.

Verantwortlich für das Minus sind vor allem die schwierigen Witterungsbedingungen im Jahresverlauf. Ein durch intensive Februarniederschläge stark verzögerter Saisonstart sowie langanhaltende Hitze- und Dürreperioden im Sommer setzten den Beständen spürbar zu. Der bundesweite Durchschnittsertrag sank dadurch auf etwa 38 Tonnen pro Hektar. Dies entspricht einem Ertragsrückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt 11 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel.

Versorgung bleibt stabil


Neben den Witterungseinflüssen trug auch die verkleinerte Anbaufläche zum Gesamtergebnis bei. Laut den vorläufigen Erhebungen zur Bodennutzung beläuft sich die Kartoffelanbaufläche in Deutschland 2026 auf 268.300 Hektar – ein Minus von 11 Prozent im Vergleich zu 2025. Der Rückgang zeigte sich auch in den drei wichtigsten Anbauländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern, auf die zusammen drei Viertel der gesamten deutschen Kartoffelanbaufläche entfallen.

Für die Lebensmittelverarbeitung und den Handel zeichnet sich trotz des Mengeneinbruchs eine geordnete Marktlage ab. Das BMLEH geht davon aus, dass die Versorgung sowie das Preisniveau mittelfristig stabil bleiben. Begründet wird dies mit dem konstant hohen Selbstversorgungsgrad in Deutschland und einem voraussichtlich ausgeglichenen Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Angaben basieren auf der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE), bei der bislang 49 Prozent der insgesamt 631 Probeflächen ausgewertet wurden.

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