10.02.2026

BÖLW vermeldet Bio-Rekord-Umsatz für 2025

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stieg 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro, ausgehend von einem nach oben korrigierten Umsatz für 2024 auf 17,09 Milliarden Euro. Die Ökolandbau-Fläche wuchs um 1,1 Prozent, zwei Drittel der Fläche ist nach den hohen Standards deutscher Bio-Verbände zertifiziert. Der Bio-Anteil an der gesamten Agrarfläche erreicht 11,7 Prozent; jeder siebte Hof in Deutschland wirtschaftet ökologisch. Diese Branchenkennzahlen nannte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum Auftakt der Bio-Weltleitmesse Biofach.

Gen Z sehr Bio-affin


Mindestens 388.000 Menschen sind in der gesamten Bio-Wertschöpfungskette beschäftigt. 45 Prozent der Bio-Herstellungs- und -Handelsunternehmen planen Neueinstellungen. Besonders hoch ist der Bio-Anteil im wachsenden Lebensmittel-E-Commerce mit mittleren Werten von 20 Prozent. Die junge Gen Z greife zu 90 Prozent zu Bio, so der BÖLW.

Die steigende Nachfrage führe zu Knappheiten bei Bio aus Deutschland. Sogar die Erzeugung der gängigsten Feldgemüsearten reiche nicht für die Inlandsversorgung: Rund 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln wurden 2024 importiert. Auch bei tierischen Erzeugnissen – Milch, Butter, Fleisch – stiegen die Importe. Gut ein Drittel des Bio-Schweinefleischs stammte 2024 aus Nachbarländern; 2025 kamen Belgien und Spanien als Lieferländer hinzu.

Appelle an die Politik


„Das zweite Jahr in Folge sorgt Bio für deutliches Wachstum und ist damit Leuchtturm im deutschen Lebensmittelmarkt“, kommentiert die BÖLW- Vorstandsvorsitzende Tina Andres diese Zahlen. „Die Erzeugung auf den Feldern kommt allerdings mit der Nachfrage nicht mit. Handel und Herstellung müssen Bio zunehmend aus dem Ausland holen. Das ist eine vertane Chance für eine Branche, die fast 400.000 Menschen hierzulande Arbeit und damit Heimat gibt – vor allem in Verarbeitung und Herstellung.“

Höfe und Verarbeiter-Betriebe brauchen jetzt deutliche Signale aus der Politik, fordert Andres weiter, zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gehöre das 30-Prozent-Bio-Ziel. Der BÖLW appelliert deshalb an Bund, Länder und Kommunen, gemeinsam die Bio-Strategie umzusetzen.

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