14.01.2026

Ernährungsindustrie verzeichnet 2025 leichtes Umsatzplus

Die deutsche Ernährungsindustrie hat im Jahr 2025 erstmals seit drei Jahren wieder ein leichtes reales Umsatzplus erzielt. Das zeigen die vorläufigen Jahreszahlen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Mit einem Zuwachs von nominal 3,9 Prozent, was real 0,2 Prozent entspricht, konnte die Branche die Rezession der Vorjahre knapp hinter sich lassen. Das Wachstum beruht dabei auf dem Exportgeschäft, während der Inlandsmarkt real weiterhin rückläufig blieb.

Mit 6.082 Betrieben (+1,8 Prozent), 659.605 Beschäftigten (+2,3 Prozent) und einem Jahresumsatz von rund 241,8 Milliarden Euro ist die Ernährungsindustrie inzwischen der drittgrößte Industriezweig Deutschlands. Auch europaweit nimmt die Branche eine Spitzenstellung ein und ist gemessen an Umsatz und Beschäftigung die größte Ernährungsindustrie innerhalb der Europäischen Union, so die BVE.

Das reale Umsatzplus im Jahr 2025 ist auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen. Der Export legte nominal um 9 Prozent, preisbereinigt um 3,9 Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als in vielen anderen Industriebranchen. Demgegenüber musste das Inlandsgeschäft erneut Einbußen hinnehmen. Der nominale Umsatz stieg zwar um 1,0 Prozent, der preisbereinigte Umsatz sank aber um 1,9 Prozent. Damit setzt sich die Schwäche des Binnenmarkts fort und unterstreicht die anhaltenden strukturellen Herausforderungen am Standort Deutschland.

Die herausfordernde Lage spiegelt sich auch in der Investitionstätigkeit wider. In den vergangenen Jahren ist es in der Ernährungsindustrie zu einem spürbaren Abbau des Kapitalstocks gekommen – stärker als im gesamten verarbeitenden Gewerbe und auch stärker als in den energieintensiven Industrien, berichtet die BVE.

Diese Einschätzung wird durch die aktuelle BVE-Blitzumfrage zur konjunkturellen Lage der Ernährungsindustrie bestätigt, an der 98 Lebensmittel- und Getränkehersteller teilgenommen haben. Demnach sehen 81 Prozent der befragten Unternehmen eine Verschlechterung der Standortbedingungen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren. Überbordende Bürokratie, fehlende Planungssicherheit, hohe Kosten am Standort sowie ausbleibende Reformen hätten den Standort Deutschland in den letzten Jahren deutlich unattraktiver gemacht.

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